07.04.2016, 08:59 Uhr

Biketrends: Unter Strom den Gipfel rauf

Die Räder rollen wieder. Was ist bei den Bikes dieses Jahr angesagt?
Von Iris Zirknitzer

GAILTAL. Viele von uns haben ihn herbeigesehnt, den Frühling. Nun ist er endlich da. Die beste Gelegenheit also, um nach den Wintermonaten wieder den Drahtesel hervorzukramen. Hat auch Ihr Modell schon einige Jahre am Buckel? Dann wird es höchste Zeit, sich um einen neuen fahrbaren Untersatz umzusehen.
Doch was ist heuer bei den Bikes im Trend? Was gibt es Neues am Markt? Wir haben uns beim Fachmann Michael Härle vom Bike Paradies in Hermagor schlau gemacht.
Der Trend beim Biken geht eindeutig in Richtung unberührte Natur erleben, weiß Härle. „Freeriden etwa ist zwar noch eher einer Randgruppe vorbehalten, ist aber heuer sehr stark im Kommen. Hier sind die Modelle mit einer noch besseren Federung ausgestattet. Und die Bikes sind generell vom Handling her optimaler zu fahren.“

Die Dicken kommen

Der Wunsch vieler Kunden, selbst über Stock und Stein „brettern“ zu können, wurde bei der Konstruktion der Räder berücksichtigt. Die Bikes bieten insgesamt einen höheren Fahrkomfort. So hat zum Beispiel das klassische 26 Zoll-MTB-Rad so gut wie ausgedient. An seine Stelle treten nun neue Radgrößen mit 29 und 27,5 Zoll. Durch die neuen, größeren Geometrien wird das Fahren ruhiger“, so Härle. Ausnahme ist eine Kategorie, die auch zukünftig die 559-mm-Norm – die 26 Zoll – am Leben erhalten wird. Die Rede ist von den Fatbikes. Die wuchtigen Geländeräder sind mit ihren bis zu knapp fünf Zoll breiten Reifen wahre Winterprofis, die auch abseits der Piste eingesetzt werden können. „Auch auf klassischen Mountainbike-Trails kann man sie ideal verwenden“, erklärt der Fachmann. Neben den bis zu 4,8 Zoll breiten Reifen gibt es nun auch die „Mid Fat“ oder „650b+“-Bikes. „Das sind 27,5"-MTB-Laufräder gepaart mit einer Reifenbreite von 2,8 bis 3,0 Zoll und Felgen von ca. 30 Millimetern Maulweite“, erklärt Härle.


Unter Stom

Nach wie vor hält auch heuer der Hype um E-Bikes an. Auch hier hat sich einiges getan. „Aufgerüstet“ wurde vor allem die Leistung der Akkus. Mit nun bis zu 500 Wattstunden Akku hat sich auch die Reichweite bedeutend verändert. „Per E-Bike den Berg hinaufradeln wird somit für jeden möglich“, so der Radexperte.

Elektronisches Schalten

Für alle Bikes gilt: Im Trend liegt die elektronische Schaltung. Damit schalten Radsportler völlig kabellos. Das gilt nun nicht bloß für Rennräder, sondern auch für Mountainibikes. Der Vorteil: „Schalten wird noch exakter“, so Härle. Hydraulische Scheibenbremsen bieten zudem die optimale Sicherheit bei einem Bremsmanöver. Auch bei den Rädern gilt: Abspecken. Der Fachmann: „Die Bikes werden leichter, etwa durch ausgereifte Materialien wie Carbonrahmen."
Im Radsport rückt nicht zuletzt die Physiognomie von Frau und Mann in den Blickpunkt. So sind die Rahmen mit passendem Vorbau, Lenker, Sattel und Schaltbremsgriffen speziell auf die Bedürfnisse von Frauen und Männern abgestimmt.


Hingucker

Und was tut sich 2016 bei der Optik? Härle: „Matte Rahmen, vor allem bei hochwertigen Bikes, sind en vogue. Auch knallige, stechende Farben wie Grün, Gelb oder Orange sieht man dieses Jahr sehr stark.“ Na dann steht der ersten Ausfahrt ja nichts mehr im Wege.

Zur Sache:

Ein Trend zeichnet sich im Radsport ab: Die Klientel wird immer älter. "Bei den Kunden verzeichne ich vor allem Zuwächse in der Allterskategorie von 45 bis 50 Plus", sagt Michael Härle. Das schreibt der Fachmann unter anderem auch der E-Mobilität bei den Bikes zu.
Nachgelassen hat die Nachfrage bei Rennrädern. "In unserer Gegend ist das Fahren mit dem Rennrad aufgrund der gebirgigen Gegebenheiten nicht so ideal", so Härle. Das Interesse für aktiven Sport ist bei vielen jungen Menschen rückläufig. Daher ist auch die Kaufbereitschaft bei den Rädern für Jugendliche zurückgegangen.
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