31.03.2016, 12:00 Uhr

Der Alm-Betrieb ist fest in Familienhand

Die "Chefs" der Bischofalm: Barbara und Josef Warmuth. Auch die Kinder Thomas, Franziska und Antonia helfen mit (Foto: Privat/Warmuth)

Barbara und Josef Warmuth führen die Bischofalm in Familientradition.
Von Iris Zirknitzer

WÜRMLACH. Die Bischofalm bei Kötschach-Mauthen ist im Besitz der Familie Warmuth. Seit mehr als hundert Jahren wird die Bewirtschaftung in alter Tradition von Generation zu Generation weitergegeben. Seit einigen Jahren führen die „Jungen“ – Josef und Barbara Warmuth – das Regiment.

Doppelgleisig
Nebenher bewirtschaftet das Paar den Heimbetrieb mit 20 Milchkühen, Waldwirtschaft und zwei Ferienwohungen. Die Familie muss jonglieren. „Da wir neben dem Almbetrieb auch unseren landwirtschaftlichen Betrieb in Würmlach bewirtschaften müssen, ist es notwendig, dass wir zwischen den Betrieben hin und her pendeln. Dadurch dass die Bischofalm eine Privatalm ist, sind sämtliche Arbeiten neben dem Sennereibetrieb (Wegerhaltung, Schwenden etc.) von uns alleine durchzuführen oder ausgelagerte Arbeitskräfte zu finanzieren. Dieser enorme Arbeitsaufwand fordert die gesamte Familie“, erzählt Josef.

Ganze Familie hilft mit
In die Bewirtschaftung sind daher alle Familienmitglieder eingebunden. Neben Josef und Barbara sind dies ihre Kinder Thomas (13), Franziska (11), Antonia (9) und Oma Maria, sowie der Hirte Hans Furtner, der heuer die 18. Almsaison antritt. „Im heurigen Sommer werden wir auf unserer Alm noch durch zwei junge Damen, Ulrike und Martina, unterstützt. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Helferlein – vor allem Bauern –, die uns bei gewissen Arbeiten unter die Arme greifen“, so die Almleut' Josef und Barbara.
Die ersten Tätigkeiten beginnen Ende April und enden mit dem ersten Schneefall. Doch die Arbeit in der Alm fängt nicht erst mit dem Almauftrieb und endet mit dem Abtrieb, weiß Barbara: „Es sind im Frühjahr viele Vorarbeiten zu erledigen. Vor allem im Herbst wird viel Zeit aufgewendet um die Alm in ihrem Erscheinungsbild zu erhalten und weiterzuentwickeln."

Gailtaler Almkäse
Als traditionelle Gailtaler Alm geführt, produzieren die Warmuths Gailtaler Almkäse sowie geräucherten Almschotten und Almbutter. Die Produkte sind neben der Alm auch am Heimbetrieb saisonal bzw. ganzjährig zu erwerben. Erste Erfahrungen mit der Käserei gab es bereits in der Kindheit beim Großvater und wurden durch Weiterbildungsveranstaltungen, vor allem aber durch die Praxis vertieft. Der Käsereibetrieb als solcher läuft ca. ab dem 10. Juni und dauert bis Ende August. Die größte Herausforderung in der Produktion dessen ergibt sich aus den sich täglich ändernden Voraussetzungen wie Wetter, Temperatur, Weidegebiet, Sensibiliät der Kuh, und der Tatsache, dass die Milch weder pasteurisiert noch homogenisiert wird, sondern als Rohmilch verarbeitet wird. „Daraus ergibt sich, dass kein Käse dem anderen 100%ig gleicht. Die gesamte Käseherstellung unterscheidet sich wesentlich gegenüber einer Molkerei. Es ist noch echte Handarbeit im Gegensatz zu einem prozessgesteuerten Ablauf“, so die Warmuths. Neben den 30 Milchkühen werden noch 85 Jungrinder, 12 Pferde und zehn Schweine auf der Alm betreut.

Liebe zum Beruf
Warum die Familie das Handwerk liebt, ist schnell erklärt: „Das Besondere für uns ist es, fernab der digitalen, medialen Welt zu sein. Wir haben z.B. keinen Handyempfang auf der Bischofalm. Außerdem ergeben sich auf der Alm viele tiefgründige Gesprächsrunden, da auch die vorbeikommenden Wanderer viel offener und stressfreier sind“, sagt Barbara.
Josef fügt hinzu: „Befriedigend ist auch, am Ende des Tages zu wissen, ein hochwertiges Lebensmittel hergestellt zu haben, an dem die ganze Almmannschaft ihren Teil dazu beigetragen hat.“

Zur Sache

Seit gut 105 Jahren ist die Bischofalm im Besitz der Familie Warmuth vulgo Bischof aus Kötschach-Mauthen. Bekannt ist die Alm unter anderem für den Gailtaler Almkäse. Schließlich wird dort seit über hundert Jahren die Käserei und damit das Handwerk in Familientradition von Generation zu Generation weitergegeben. (Foto: Josef Warmuths Urgroßvater auf der Bischofalm um 1929). Bei der Bischofalm handelt es sich um eine der ältesten Privatalmen im Gailtal. Die Alm ist von Weidenburg über den Kronhof und von dort über eine sechs Kilometer lange Schotterstraße mit dem PKW erreichbar.

Die Bischofalm gliedert sich in die Untere Bischofalm und in die Obere Bischofalm.
Besonders ist vor allem, dass die Bischofalm die einzige Privatalm unter den Gailtaler Almkäsereien ist.
Des Weiteren liegt sie fernab des Massentourismus – als Kleinod am Ende des Kronhofsgrabens gelegen.
Durch die geschützte Lage im Talkessel ergibt sich eine ausgesprochen üppige Vegetation, die mit einer hohen Artenvielfalt gekennzeichnet ist.
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