15.03.2016, 08:51 Uhr

Hollywood fliegt auf Gailtaler Holzkunst

Bildhauer Josef Rienzner fertigt aus einem einzigen Stück Holz stylischen Schmuck und verblüffende Skulpturen (Foto: Privat/Rienzner)

Josef Rienzners Sessel aus Holz hat Hollywood für den Actionfilm "Point Break" entdeckt.

KIRCHBACH. Dass Hollywood eines Tages bei ihm anklopfen würde, damit hätte Josef Rienzner wohl nie gerechnet. Der Kirchbacher Tischler und Bildhauer staunte nicht schlecht, als er plötzlich einen Anruf einer Kunsteinkäuferin erhielt. Die Frau war für eine Berliner Produktionsfirma tätig. Bei einem Bummel durch die Villacher Innenstadt stieß sie im „City Schaufenster“ auf Rienzners außergewöhnliche Möbel aus Holz – darunter futuristisch anmutende Stühle. Diese Holzstühle wollte sie für den Hollywood-Streifen „Point Break“. Der Gailtaler überlegte nicht lange und sagte zu. „Warner Brothers schickte mir einen 18-seitigen Vertrag zu. Für die Leihgabe erhielt ich eine Kunstmiete“, erzählt der Holzkünstler. Im Film sind drei von Rienzners Stühlen zu sehen – als Deko-Objekte im Steinhaus am Ossiacher See. Dort wurde eine Partyszene gedreht. Nach Drehschluss wurden die Stühle wieder ihrem Besitzer übergeben.

Google-Earth Boss als Kunde
Die kunstvollen Objekte des 51-Jährigen sind ein Eyecatcher – und überaus begehrt. Der Boss von „Google-Earth“ etwa hat sich eine Kugel aus Holz, in Form der Erde, in sein Zuhause in San Francisco schicken lassen. Selbst das englische Königshaus, die Queen, besitzt ein Stück des Gailtalers: einen Feitel (Taschenmesser) mit kunstvoll gestaltetem Holz-Griff.

Besuch von Promis
In Kärnten wirkt der Kirchbacher seit 2003 immer wieder bei diversen Kunst-Symposien mit und führt live vor Publikum sein Können vor. Auch bei Kunsthandwerksmärkten – von Klagenfurt, Velden, über Ossiach bis nach Gmünd – ist der Gailtaler vertreten.
Ein jährlicher Fixpunkt ist der Christkindlmarkt in Wien, wo Josef mit seinen ausgefallenen Kunstobjekten die Augen vieler Besucher aus der ganzen Welt auf sich zieht. Dabei läuft dem Gailtaler auch der eine oder andere Promi über den Weg – etwa Austro-Barde Wolfgang Ambros, der bei Josefs Standl schon für einen ausgiebigen Plausch stehen geblieben ist. Für den gelernten Bildhauer ist die Adventzeit in Wien ein lukratives Geschäft. In der österreichischen Hauptstadt könnte er von seiner Kunst leben. „Im Gailtal ginge das nicht, da ist der Markt dafür einfach nicht gegeben“, sagt Rienzner, der im Jahr 2000 in Vorarlberg bei Geisler-Moroder in die Schule ging. „Dass ich irgendwann beruflich etwas mit Holz zu tun haben möchte, wurde mir schon in der Hauptschule klar“, betont er. Also hat Josef das Tischlerhandwerk erlernt, wie bereits sein Bruder vor ihm. 2011 hat er sich selbstständig gemacht. Das Unternehmen ist ein Ein-Mann-Betrieb. Die Liebe zur Bildhauerei ist erst nach und nach gewachsen. Mittlerweile ist diese Leidenschaft für den Tischler auch ein willkommener Nebenerwerb.

Denkmal gesetzt
Mit dem 3,30 Meter großen und 189 Kilogramm schweren Findenig-Kreuz, sowie mit einer Skulptur, die er der evangelischen Kirche Hermagor widmete und die bei der Landesausstellung in Fresach ausgestellt war, hat sich der Gailtaler als Künstler ein Denkmal gesetzt. „Solche Aufträge ehren schon irgendwie“, sagt er bescheiden. Dass jetzt seine Sessel sogar in Hollywood entdeckt wurden, setzt dem Ganzen die Krone auf.

Zur Person

Name: Josef Rienzner
Geburtsdatum: 26. Jänner 1964
Wohnort: Kirchbach
Familienstand: Verheiratet mit Monika, eine Tochter (Katja)

Ausbildung: Rienzner ist gelernter Tischler.
Er ist seit 2011 in der Branche selbständig (Montagetischler) und leitet das Unternehmen als Ein-Mann-Betrieb.

Hobbies: Radfahren, Skitouren, Bergsteigen.
Rienzner ist Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr Kichbach


Zur Sache

In dem heuer angelaufenen Hollywood-Action-Streifen "Point Break" (Eine Neuverfilmung des Originals "Gefährliche Brandung von 1991) sind in einer Szene drei der kunstvollen Sessel (siehe Foto) von Josef Rienzner zu sehen.

Rienzner fertigt Schmuck, Interior, Skulpturen uvm. an. Das Handwerk erlernte er in der Schnitzschule Geisler-Moroder und bei einem Südtiroler Bildhauer. Dort entwickelte er sein Gespür für figurale Techniken. Angefangen von zierlichen Holzfiguren bis hin zu groben Strukturen, bei der Arbeit legt Rienzner großen Wert auf Design.
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