04.10.2016, 11:50 Uhr

Niko setzt stets auf das richtige Pferd

Die Zucht von Noriker Pferden ist im Gailtal fest verankert. Niko Zwitter führt die Tradition von Vater Janko Zwitter fort

Niko Zwitter züchtet Norikerpferde. Hengstfohlen Piran Vulkan ist Körungssieger 2016.
Von Iris Zirknitzer

ACHOMITZ. Die Zucht von Norikerpferden ist in der Familie Zwitter in Achomitz mittlerweile seit über drei Generation eine liebgewonnene Tradition. Heute führt Niko Zwitter dieses Erbe von seinem Vater Janko Zwitter weiter. Der heute 70-jährige Janko war 20 Jahre lang Chef des Kärntner Pferdezuchtverbandes. 2013 legte er diese Funktion zurück und übergab das Amt in jüngere Hände an Marjan Cik.


Mit Pferden aufgewachsen

„Mein Vater Janko wuchs am elterlichen Bauernhof mit Pferden auf. Damals waren die Noriker ausschließlich Arbeitstiere“, erzählt Niko Zwitter, der 1997 den Betrieb vom Vater übernommen und die Zucht intensiviert hat – mit großem Erfolg, wie man sieht. Nikos Rappstute Lia hat bereits etliche vielversprechende Fohlen zur Welt gebracht, so etwa "Test Vulkan XVIII", väterlicherseits über Tauernwind Vulkan XVII gezogen. Der Hengst wurde 2012 bei der Arge Noriker Hengstkörung an dritter Stelle gereiht und war somit zweiter Reservesiegerhengst seines Jahrgangs.


Körungssieger

Ganz nach oben hat es auch das zweieinhalb Jahre alte Hengstfohlen "Piran Vulkan XVIII" geschafft. Er wurde vor kurzem bei der diesjährigen Hengstkörung im Pferdedienstleistungszentrum Stadl-Paura in Oberösterreich zum Körungssieger 2016 gekürt. Insgesamt waren aus 41 angemeldeten Norikerhengsten 34 Junghengste des Geburtsjahres 2014 und zwei ältere Hengste zur Körung angetreten. Mutterstute Lia, die als 2a Stute im Stutbuch zertifiziert ist, hat Niko 2003 beim jährlichen Pferdemarkt in Feistritz an der Gail erworben.

Erfolgsrezept

Was das Rezept für seinen Erfolg sei, wollen wir wissen. „Unsere Arbeitsweise ist eine einfache, natürliche – ohne allzu viel Zutun. Hengstfohlen Piran Vulkan ist z.B. im Freien geboren worden“, so Zwitter. Er ergänzt: „Wir haben hier in unserer Umgebung ein gesundes Umfeld. Im Laufstall haben unsere Pferde ganzjährig Auslauf. Ab Mai sind die Tiere im Freien auf der Weide und können sich auf insgesamt vier Hektar Wiese austoben und prächtig entwickeln. Im Sommer sind unsere Pferde zweieinhalb Monate lang auf der Achomitzer Alm. Im unwegsamen Gelände werden Knochen und Sehnen besonders gefordert, was die Tiere wiederum in ihrer gesamten Konstitution stärkt.“


Eine Frage der guten Gene

Ob ein Fohlen das Zeug zur Zucht hat, zeigt sich schon in den ersten zwei Wochen nach der Geburt. Charakter, Gang, Stellung der Füße usw. sind Indikatoren, die Aufschluss darüber geben. Die Deckstation Feistritz an der Gail, vom Pferdezuchtverein K 15, kann als „Kaderschmiede“ für die Pferdezucht im Unteren Gailtal angesehen werden. Dort stehen drei ausgewiesene Zuchthengste zur Auswahl. Für die Weitergabe der Gene spielen somit Vatertier und Muttertier eine maßgebliche Rolle.

Hobby

Für Niko ist die Arbeit mit den Pferden ein Hobby, das er sich nicht mehr wegdenken möchte. "Ich liebe die Arbeit mit den Tieren. Das Schönste für mich als Züchter ist, wenn alle Pferde gesund sind und sich wohl fühlen", betont der Achomitzer. Hauptberuflich unterrichtet der 43-jährige Pädagoge als zweisprachiger Lehrer an der Volksschule Hohenthurn.
Die Familie Zwitter ist eine der wenigen in Achomitz, die die slowenische Sprache im Alltag auch pflegen. In der Familie legt man zudem großen Wert auf musikalische Erziehung. Niko Zwitter singt im Chor der Singgemeinschaft Oisternig und dem Quintett Oisternig mit. Seine Frau Christina leitet den Jugendchor Young Oisternig, bei welchem der jüngste Sohn Paul (10 Jahre) mitsingt. Die zwei älteren Geschwister David (18 Jahre) und Sophia (16 Jahre) singen im Quartett OisterniX.


Rosige Aussichten

Die Aussicht darauf, dass die Pferdezucht im Hause Zwitter auch in Zukunft weiterhin Bestand haben wird, scheint gegeben. Der älteste Sohn David ist, wie sein Vater seinerzeit, beim jährlichen Kufenstechen in Achomitz dabei. Interesse für die Norikerpferde und die Zucht zeigt der jüngste Sohn Paul. Ein vielversprechendes Zeichen, dass die Tradition hoffentlich in der Familie bleibt und so weiterlebt.

Zur Sache
Der Landespferdezuchtverband

Der Landes-Pferdezuchtverband ist eine Vereinigung aller Pferdezüchter Kärntens und organisiert sich aus 27 Pferdezuchtvereinen. Der Warmblutzuchtverein Kärnten agiert landesweit, die übrigen Pferdezuchtvereine vertreten regional die Interessen ihrer Mitglieder. Dem Landes-Pferdezuchtverband Kärnten gehören die Rassen Noriker, Haflinger, Warmblut- und Pintopferde an.
Seine Aufgaben: Zuchtbuchführung, Durchführung von Zuchtprogrammen wie Stutbuchaufnahmen, Fohlenregistrierung und -kennzeichnung, Hengstaufzucht und Hengsthaltung, Stutleistungsprüfungen und Reitpferdeprüfungen (Materialprüfungen) sowie die statistische Erfassung und Auswertung der Ergebnisse.

Vom LPZV werden Pferdepässe ausgestellt, Pferdeschauen veranstaltet und Kärntner Pferde zu nationalen und internationalen Zuchtschauen entsandt.

Ein weiterer Punkt ist die Durchführung von Absatzveranstaltungen wie z.B. Elitefohlenauktionen.


Quelle: Pferdezuchtverband Kärnten
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