19.04.2016, 08:28 Uhr

Rüpel sind im Wald nicht erwünscht

Im Lebensraum Wald sollte man Rücksicht auf Natur und Tierwelt nehmen. Denn: auch in Wäldern gelten bestimmte Regeln (Foto: KK)

Wie verhält man sich im Wald richtig? Bezirksforstinspektor Wilfried Strasser dazu im Gespräch.

GAILTAL. Der Wald ist Lebensraum für Tiere, Bäume und Pflanzen. Wir Menschen, ob Sportler oder Erholungssuchende, sind Gast in diesem. Daher sollte man sich auch mit Verantwortungsbewusstsein und Respekt gegenüber der Natur und den Tieren bewegen. Wer sich in Wäldern aufhält, sollte sich an einige grundlegende Regeln halten. Nur so kann der gesunde Wald als solcher erhalten bleiben und die Wildbestände geschützt und erhalten werden.
Bezirksforstinspektor Wilfried Strasser von der Bezirkshauptmannschaft Hermagor spricht darüber, was erlaubt ist, und was man besser unterlassen sollte.
WOCHE: Herr Strasser, wer darf grundsätzlich in den Wald?
WILFRIED STRASSER: Jeder darf zu Erholungszwecken den Wald betreten und sich dort aufhalten.
Wie verhält man sich dabei nun richtig?
Lärm verschreckt die Tiere. Daher sollte man sich ruhig verhalten.
Wenn man nun seinen Hund in den Wald mitnehmen möchte, was ist dabei zu beachten?
Hunde im Wald, das bedeutet für Wildtiere Stress. Daher sollte man seinen Vierbeiner stets an der Leine führen.
Thema Umweltschutz: Wie kann ich als Besucher des Waldes dazu beitragen?
Das Hauptübel ist Müll. Vor allem solcher, der so gut wie gar nicht auf natürliche Weise von der Natur recycelt werden kann, wie z.B. Plastik. Daher: Abfälle, dazu zählen auch Essensreste, wieder mit nach Hause nehmen. Bleiben Speisereste im Wald liegen, können die Tiere diese fressen und Schaden nehmen.
Gibt es Waldflächen oder Stücke, die nicht betreten werden dürfen? Um welche handelt es sich dabei?
Das sind etwa Waldflächen, für die die Behörde ein Betretungsverbot verfügt hat. Auch für Wiederbewaldungs- und Neubewaldungsflächen, die einen Bewuchs von unter drei Meter Höhe aufweisen, gilt ein absolutes Betretungsverbot. Ebenso ist ein Betreten von Waldflächen mit forstbetrieblichen Einrichtungen (Holzlagerplätze, Forstgärten, Gebäude, Material- und Gerätelagerplätze) nicht erlaubt. Dasselbe gilt für Waldflächen, die der jeweilige Waldeigentümer gesperrt hat (Christbaumkulturen, Gefährdungsbereiche der Holzfällung und -Bringung. Und letztendlich sind Forstliche Sperrgebiete und Jagdliche Sperrgebiete tabu.
Wie schaut es rechtlich gesehen mit dem Sammeln von Pilzen und Beeren aus?
Pilze, Beeren usw. gehören den Waldeigentümern. Sofern die Besitzer keine Hinweistafel für ein Verbot aufgestellt haben, darf jeder sammeln. Verboten ist allerdings, dass man Früchte oder Samen von Holzgewächsen für Erwerbszwecke mitnimmt.
Nun kommt es immer wieder vor, dass Personen aus dem Wald Klaubholz mitnehmen. Ist das erlaubt?
Die Bäume und das Holz gehören den Waldeigentümern. Es ist verboten, Holz, das steht oder liegt, zu entwenden. Das gilt auch für Pflanzen oder Bodenbestandteile – Erde z.B. Wer dagegen verstößt, dem droht eine Geldstrafe bis zu 730 Euro oder eine Haftstrafe bis zu einer Woche.

Sportler, Wanderer, Spaziergänger und Naturliebhaber nutzen gerne die Wälder, um sich zu erholen oder dem Freizeitvergnügen nachzugehen. Auch für die sportliche Klientel gelten im Wald Regeln und Gesetze. Bezirksforstinspektor Wilfried Strasser dazu: "Für Radfahrer und Mountainbiker gilt: Will man den Wald einschließlich der Wege befahren, braucht man die Zustimmung der Waldeigentümer oder Forststraßenerhalter. Wer als Radfahrer unerlaubt den Wald befährt, trägt auch das alleinige Risiko."

ZUR SACHE:


Auf Nummer sicher

Für Reiter schaut es ähnlich aus. Strasser: "Auch das ist nur mit Zustimmung der Waldeigentümer und Forststraßenerhalter möglich. Ausnahme: Wald- oder Forstwege, die mit einem Schild gekennzeichnet sind, welches das Reiten erlaubt. Auch Kochen, Zelteln oder Campieren bedarf der Zustimmung der zuständigen Waldbesitzer. Das gilt ebenso für das Rodeln auf Forststraßen und Waldwegen sowie auf freien Waldflächen, weiß der Experte. Für Skifahrer, Snowboarder, Skitourengeher oder Langläufer gilt: Alle diese Wintersportarten sind grundsätzlich erlaubt. "Für bestimmte Waldflächen gelten jedoch einige Ausnahmen. So ist das Abfahren mit Skiern oder dem Snowboard im Bereich von Aufstiegshilfen nur auf markierten Pisten oder Skirouten erlaubt. Im Schutzwald darf man dem Wintersport nachgehen. Hier muss man aber Rücksicht auf den Bewuchs nehmen. Eine Loipe benützen oder anlegen ist wiederum nur mit der Zustimmung der Waldeigentümer erlaubt", so Strasser.
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