12.10.2016, 09:00 Uhr

Schlossgeist mit Hirn, Herz und Charme

Vergangenen Sommer hat Chiara Kristler bereits ihren dritten Ferialjob im Gailtaler Heimatmuseum absolviert

Das Gailtaler Heimatmuseum in Möderndorf war in den Sommerferien der Arbeitsplatz von Chiara Kristler.

HERMAGOR (jost). Die wohlverdienten Schulferien verbinden die meisten Schüler mit Freizeitvergnügen, Ausschlafen oder Freunde treffen. Chiara Kristler hält nichts vom süssen Nichtstun und verbringt ihre Auszeit vom Schulstress bereits den dritten Sommer im Heimatmuseum Möderndorf.

Europagymnasium Udine

Die quirlige, hübsche Schülerin ist zweisprachig aufgewachsen, denn ihre Mutter Barbara Kristler ist gebürtige Römerin. Nach dem Besuch der Volksschule und NMS in Hermagor absolvierte Chiara danach fünf Jahre das renommierte Europagymnasium Collegio „Uccellis“ in Udine mit doppeltem Maturaabschluss in Deutsch und Italienisch. „In den Sommerferien wollte ich mein Taschengeld aufbessern, doch ein Job in der Gastronomie interessierte mich nie“ schildert der Lockenkopf ihren Wunsch für einen Ferialjob. Ihre Affinität zu unserer Nachbarsprache und die Liebe zu Kunstgeschichte waren dann ausschlaggebend, dass die damals 15-jährige Schülerin die Zusage für einen Arbeitsplatz im Gailtaler Heimatmusem bekam.

Schlossgeist mit Sprachtalent

Von Juli bis September radelte der Teenager an fünf Tagen der Woche nach Möderndorf zu ihrer Arbeitsstelle. Chiara ist die rechte Hand von Museumskustos Siegi Kogler und im Schloss Mädchen für alles. Den Arbeitsalltag beschreibt die Schülerin so: „Ich bin morgens die erste im Haus, öffne die Türen, lüfte die Räume und achte auf Sauberkeit im ganzen Schloss, begrüsse die Gäste, erledige den Telefondienst und führe das Museums-Cafè. Bei den regelmässigen abendlichen Veranstaltungen helfe ich auch bei der Bewirtung mit“. Siegi Kogler streut seiner Assistentin Rosen: „Ich bin dankbar für Chiara`s Unterstützung, denn mit ihrem Charme und ihrer Natürlichkeit ist sie nicht nur eine Bereicherung für den Gästeempfang, sondern mit ihrem Sprachentalent auch eine wertvolle Hilfe für bürokratische Aufgaben“. Mit ihren profunden Italienischkenntnissen hat die junge Hermagorerin den 16-seitigen Museumsführer und die gesamte historische Schloss-Geschichte vom Deutschen in`s Italienische übersetzt. „Die Aufgabe war nicht immer leicht“ schildert Chiara und ergänzt“ aber es hat mir Spass gemacht, denn damit habe ich meinen Italienisch-Sprachschatz sogar noch etwas erweitern können“.

Zeichenkünstlerin

Disco-Besuche und Shopping interessieren die Schülerin nicht, in ihrer Freitzeit greift sie lieber zu Pinsel und Bleistift und hat ihr künstlerisches Talent bereits bei Ausstellungen in Udine und Cividale unter Beweis gestellt. Zur Zeit sind die Illustrationen der jungen Künstlerin und ihrer Freundin Hannah Rettl im Cafè „Hut ab“ zu bestaunen. Daher ist es auch naheliegend, dass Chiara ihre Ausbildung an der Kunstakademie in Venedig fortsetzen will.
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