10.08.2016, 20:00 Uhr

Servus TV beleuchtet die sündige Gailtaler Tracht

Die Gailtaler Frauentracht ist im Alpenraum einzigartig. Kaiserin Maria Theresia war diese zu unzüchtig (Foto: Servus TV)

Die dritte Folge der Servus-TV-Reihe "Heimatleuchten" stellt zwei Trachten gegenüber: die „strenge“ Bregenzerwälder Juppe und die „sündige“ Gailtaler Tracht.

GAILTAL. Was ist eine echte Tracht? Das wollen Katharina Straßer und Juergen Maurer in der vierteiligen ServusTV-Sendereihe „Heimatleuchten: Mei Tracht“ beantworten. (Siehe Infobox zur Sache)
Die dritte Folge – gewidmet den Eigenheiten und teils strengen Regeln der Tracht in Österreich – begleitet das Moderatoren-Duo von Vorarlberg nach Kärnten. Im Bregenzerwald gibt es die sogenannte Juppe, eine der ältesten Trachten im Alpenraum. Während diese Frauentracht als sittlich gilt, findet sich ihr „sündiger“ Gegenpart im Kärntner Gailtal: „Ein Volk, das unziemlich tanzt bis in die Nacht hinein und die Frauen unehrbare, freche, ärgerliche und leichtfertige Kleidung tragen“, wie Kaiserin Maria Theresia damals kommentierte. Katharina Straßer und Juergen Maurer finden heraus, was es mit den Regeln und der Einhaltung dieser auf sich hat.

Die Gailtaler Tracht

Ausladende, kurze Röcke, bunte Bänder, Kopftücher mit Fransen: Ihr slawischer Touch macht die Gailtaler Frauentracht zu etwas Einzigartigem im Alpenraum.
Ihre Geschichte aber beginnt mit einer Katastrophe: 1348 stürzte ein Teil des Dobratsch ab und begrub große Flächen des Tals unter sich. Die Gail staute sich. Sumpfige Feuchtwiesen entstanden – ungeeignet für die normale Landwirtschaft. Doch das saure Gras schmeckte den schweren Norikerpferden.
Die Gailtaler verdienten als Pferdezüchter und Fuhrleute gutes Geld. Sie transportierten Waren von Bayern bis Venedig und brachten von ihren Fahrten alles Mögliche mit nach Hause. So auch die internationalen Einflüsse auf ihre Kleidung, die sich in der Gailtaler Tracht widerspiegeln: slawische, italienische, bayerische und salzburgerische Elemente finden sich in ihr. Und auch das weltoffene Lebensgefühl, das später dann der Monarchin so missfiel und auch heute noch bei Kirchtagen und anderen traditionellen Veranstaltungen deutlich spürbar ist.

Zur Sache

Durch Tracht verbunden – in: „Heimatleuchten: Mei Tracht – Gailes Tal, strenger Wald“ am Freitag, den 12. August, ab 20:15 Uhr exklusiv bei ServusTV.


Mei Tracht – mit Katharina Straßer und Juergen Maurer (auf dem Foto rechts im Bild): Als Moderatoren betreten die beiden Schauspieler den schmalen Grat zwischen Klischee und Wirklichkeit der Mode, die international als Synonym für den Alpenraum gilt. In vier Teilen treffen sie auf Verfechter, Gegner, Designer, Macher, Träger und Kenner der alpenländischen Tracht und besuchen München, das Salzkammergut, die Steiermark, Känten, Vorarlberg, Wien, Salzburg und das Burgenland.
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