13.04.2016, 08:31 Uhr

Sie retten Quaksi das Leben

Die Froschklauber sind im Gailtal wieder aktiv. Sie retten die Amphibien.

KHÜNBURG, PRESSEGGEN. „Das schauderliche 'Plopp-Geräusch', wenn man mit dem Auto über einen Frosch fährt, geht mir durch Mark und Bein und tut mir innerlich weh“, sagt Herbert Weiser.
Damit die Amphibien nicht dem Tod auf der Straße zum Opfer fallen, engagiert sich der rüstige Rentner für die Rettung der Tiere. Weiser ist „Froschklauber“ – einer von vielen Helfern im Gailtal, die sich über das Projekt der Arge NATURSCHUTZ für den Schutz der Amphibien einsetzen. Jeden Frühling, wenn die warme Witterung und der erste warme Regen den Tieren den Impuls zur Wanderschaft und Fortpflanzung gibt, rücken er, Gattin Elfi und das restliche Team der Froschretter im Bereich Hermagor aus. Auch heuer.


Hilfe naht

Mit Plastikkübeln bewaffnet, machen sich Margit Eder, Silke Mödritscher, ihre Kinder Emilia und Kilian, sowie Andrea Unterberger auf die Suche. Ihr Revier: Die Strecke zwischen Förolach und Khünburg. Auf dieser befinden sich in regelmäßigen Abständen in die Erde versenkte Kübel. In diese fallen die Tiere bei ihrem Versuch, zu einer Wasserquelle zu gelangen. Die entlang der Straße aufgebaute Barriere – ein rund 20 cm hoher Zaun aus Brettern, hindert die Frösche, Molche und Kröten zusätzlich daran, die Straße zu überqueren.

Starkes Team

Margit, die seit zehn Jahren Froschklauberin ist, wird heute von Hund Spikey begleitet. Flugs läuft er von Kübel zu Kübel, schnüffelt hinein und wedelt aufgeregt mit seinem Schwänzchen. Keinerlei Berührungsängste haben auch Emilia und Kilian. Interessiert nimmt Emilia eine Kröte in die Hand und schaut ihr tief in die Augen. Begleitet werden die beiden heute von Mama Silke.
"An einem Tag können es locker bis zu 130 Amphibien sein, die wir finden", sagt Andrea Unterberger. Jeder im Team führt eine Liste mit. In diese wird die Zahl und die Art der Amphibien vermerkt. Auch tote Tiere werden registriert.
Die Auswertung geht an die Arge NATURSCHUTZ. Die Tiere werden, nachdem sie eingesammelt wurden, zum nahe gelegenen Pressegger See gebracht, wo sie sich fortpflanzen, und die Weibchen dort ihren Laich ablegen können.
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