20.04.2016, 08:18 Uhr

Studenten suchen Haus für Filmdreh im Gailtal

Das Filmteam: Die Studenten Bernhard Schlick, Rebecca Hirneise, Sophia Wiegele, Marie Sturminger und Julia Reiter (v.l.) (Foto: Privat/Hirneise)

Die Studentinnen Sophia und Rebecca drehen im Gailtal einen Film.

GAILTAL, WIEN. Wie fühlt sich ein ganz normaler Tag für Menschen an, die an Alzheimer erkrankt sind? Dieser Frage gehen Rebecca Hirneise und Sophia Wiegele nach. Die beiden studieren im vierten Semester an der Filmakademie in Wien und besuchen die Studiengänge Regie, Kamera, Drehbuch und Dramaturgie.

Studienfreundschaft
Rebecca und Sophia kennen sich schon seit Anbeginn der Studienzeit. Sophia stammt aus Nötsch. Die 22-jährige Gailtalerin ist die Enkelin von Hermine Wiegele und die Nichte von Witgar Wiegele, die gemeinsam den Traditionsbetrieb Mühle-Bäckerei Wiegele in Nötsch betreiben. Rebecca ist in Mühlacker, in Baden-Württemberg in Deutschland geboren. In Wien studiert die 31-jährige Regie bei Michael Haneke und bei Götz Spielmann Drehbuch und parallel dazu in Karlsruhe Medienkunst & Film bei Rasvan Radulescu. Sie steht kurz vor dem Abschluss ihres Diploms. Kollegin Sophia studiert Kamera bei Wolfgang Thaler.

Thema Alzheimer aufgreifen

Nun wollen die beiden einen Film über das Leben und den Umgang mit Alzheimer drehen. Der Regiestudentin Rebecca ist es ein persönliches Anliegen, dieses Thema aufzugreifen. „Jch habe in meiner Familie mehrere Alzheimer- und Demenzfälle miterlebt. Daher möchte ich mich in einem Kurzfilm mit dieser Thematik auseinandersetzen“, erklärt sie ihre Beweggründe.
Schauplatz des Geschehens soll das Gailtal sein. Auf dieses ist Rebecca gestoßen, als sie die Familie ihrer Studienkollegin Sophia Wiegele in Nötsch besucht hat. „Ich habe beim Polentafest mitgearbeitet und war bislang schon mehrmals im Gailtal. Vom Licht verzaubert, von den Bergen umhüllt und von den Drehorten begeistert, entschieden wir uns, dass die Geschichte in diesem Tal ihren Platz finden muss“, so die beiden.

Ihre Hilfe wird benötigt
Nun sind Rebecca, Sophia und der Rest des Filmteams auf der Suche nach einem geeigneten Objekt für den Dreh. Das Filmteam hofft dabei auf die Hilfe und Unterstützung der Gailtaler Bevölkerung (Siehe Infobox).
Der Film mit dem Titel „Alltag“ soll einen Einblick in die Welt von Alzheimer-Patienten geben. "Da die Demenzerkrankung ein immer häufigeres Problem unserer Gesellschaft darstellen wird, ist es wichtig darüber zu berichten“, betonen Rebecca und Sophia.
„Die Sorge für die Kranken und ihre Angehörigen wird angesichts der steigenden Lebenserwartung unsere Gesellschaft in den nächsten Jahren und Jahrzehnten noch intensiver beschäftigen als heute. Wenig bekannt ist vor allem, dass Alzheimer bereits in jüngeren Jahren auftreten kann – bereits ab 40 Plus – und sogar vererbbar ist. Die Medizin bietet bisher noch wenig Hoffnung auf Heilung und der Zustand des Betroffenen verschlimmert sich zunehmend bis hin zum verfrühten Tod. Doch Wenige sind sich im Klaren, dass man in allen Stadien der Krankheit den Zustand des Patienten noch positiv beeinflussen kann“, so Rebecca.


ZUR SACHE

Ein kleines Filmteam von Studierenden der Filmakademie in Wien ist auf der Suche nach Drehorten im und um das Gailtal. Die Regiestudentin Rebecca Hirneise hat in ihrer Familie mehrere Alzheimer und Demenzfälle erlebt. in einem Kurzfilm möchte sie sich mit dem Thema befassen. Dafür benötigen die Studenten ein altes, unrenoviertes, im besten Fall leerstehendes Haus, in dem die Dreharbeiten Anfang Juli für vier bis fünf Tage stattfinden könnten.
Sollten Sie oder jemand in Ihrem Bekanntenkreis ein solches Objekt besitzen und Interesse an der Unterstützung des Projekts haben, freuen sich Rebecca und ihr Team, wenn Sie sich unverbindlich bei ihnen melden. Sollten Sie interessiert sein oder einen Tipp haben, erreichen Sie Rebecca per Mail unter: rebecca.dreht.im.gailtal@gmail.com oder telefonisch unter 0677 620 388 49.


Rebecca und Sophia: "Wir hoffen sehr, dass wir im Gailtal ein entsprechendes Objekt für unseren Film finden. Selbstverständlich werden wir damit sorgsam umgehen. Es wird dafür eine separate Abteilung zuständig sein, die nach dem Dreh alles wieder so herstellt, wie wir es vorgefunden haben." Das Filmteam sucht außerdem günstige Unterkünfte für die Mitglieder. Die Studenten sind für jeden Tipp dankbar.
Das Team besteht u. a. aus: Bernhard Schlick (Kamera), Sophia Wiegele (Produktion & Regieassistenz), Rebecca Hirneise (Buch & Regie), Julia Reiter (Dramaturgische Beratung), Marie Sturminger (Ausstattung).
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