28.09.2016, 08:03 Uhr

Borkenkäfer am Bleiberger Erzberg: Jetzt starten Maßnahmen

Rund 20 Hektar Wald sind am Erzberg vom Borkenkäfer befallen, die braun gefärbten Bäume sind ein Indikator dafür

Bleiberg: Borkenkäfer bedroht Schutzwald. Politik will jetzt dagegen mobil machen.

BAD BLEIBERG. Bad Bleibergs Grüne-Gemeinderat Sepp Götz ist besorgt. Der Grund: In Bleiberg-Kreuth sind auf dem Erzberg mittlerweile rund 20 Hektar Schutzwald von Borkenkäfern befallen. „Wenn nichts dagegen unternommen wird, geht das Baumsterben weiter", sagt Götz. Er nimmt die Österreichischen Bundesforste, die im Besitz dieser Waldflächen sind, in die Pflicht.

Problem Weißkiefer

Laut Bezirksforstinspektor Peter Honsig-Erlenburg ist das Problem schon seit rund zehn Jahren bekannt. „Wir haben es hier vor allem mit dem sechszähnigen Kiefernborkenkäfer zu tun. Der Rindenbrüter ist ein gefährlicher Kiefernschädling. In der Weißkiefer, die in besagtem Gebiet in einem hohen Anteil vorkommt, findet der Käfer optimale Bedingungen vor“, informiert Honsig-Erlenburg. Götz würde sich von den Bundesforsten mehr Initiative erwarten. Die befallenen Bäume sollten rasch beseitigt werden“, drängt er.

Gebiet schwer zugänglich

Doch gerade da ist laut Hubert Angerer, zuständiger Revierleiter der Österreichischen Bundesforste, der Wurm drin. „Ein großer Teil der Bäume befindet sich auf blankem Felsen. Das Gebiet ist so gut wie nicht zugänglich. Ein Fällen der Bäume ist deshalb fast unmöglich, und wäre für die Forstarbeiter lebensgefährlich“, wirft Angerer ein. Das sieht auch Honsig-Erlenburg so: "Wir haben vor ein bis zwei Jahren mittels Helikopter versucht, die Bäume zu beseitigen – mit wenig Erfolg. Abgesehen vom gefährlichen Unterfangen, sind die Äste der befallenen Bäume so morsch, dass sie alleine vom starken Wind der Rotorblätter abgebrochen sind. Damit würde das befallene Holz erst recht wieder im Wald zurückbleiben.“ Angerer und Honsig-Erlenburg verweisen zudem auf das Problem der Weißkiefer. „Bei dieser Sorte von Baum lässt sich ein Befall sehr schlecht feststellen, weil er lange Zeit so gut wie keine Anzeichen zeigt. Bemerkt man den Befall, ist es schon zu spät“, so Honsig-Erlenburg. Angerer fügt hinzu, „Es ist besser, man lässt das tote Holz stehen. Dieses bietet noch 20 bis 30 Jahre Schutz vor Geröll und Steinschlag, und die Biomasse des toten Holzes bleibt vor Ort.

Anrainer verängstigt

Gemeinderat Sepp Götz beunruhigt auch die Tatsache, dass unter dem Schutzwald rund vierzig Privathäuser stehen. „Die Bürger haben Angst vor Steinschlag und Muren“, sagt er. Vor rund zehn Jahren hat die Wildbach- und Lawinenverbauung in dieser Zone Steinschlagschutznetze errichtet, die zum Teil in doppelter Führung im Wald gesetzt sind. Diese bieten laut Bürgermeister Christian Hecher durchaus genug Schutz. Was dem Gemeindechef mehr Sorgen bereitet, sind die Waldflächen, die sich rechts und links der Bundesforste befinden. „Ich sehe das Problem darin, dass der Borkenkäfer auf die angrenzenden Waldparzellen der Privatbesitzer übergreifen kann. Das wird, wenn nicht etwas unternommen wird, bald der Fall sein. Jeder Private wird sofort sanktioniert, wenn ein Käferbaum nicht sofort beseitigt wird“, will Hecher Druck auf die Bundesforste machen und fordert: "Sie sind nun an der Reihe, das zu verhindern.“

Aufforsten gestartet

Angerer verweist darauf, dann man auf die Verjüngung des Baumbestandes setzt und vor gut zwei Wochen mit dem Aufforsten durch die kaum befallene Schwarzkiefer begonnen hat. Dies sei dort möglich, wo auch die Bedingungen dafür gegeben sind. Der erste Schritt ist getan. Die Bundesforste wollen nun sukzessive jedes Jahr aufforsten und damit die Situation verbessern. „Mit der Aufforstung haben wir einen Vorsprung von 10 bis 15 Jahren gegenüber der Natur“, so Angerer. Götz und Hecher wollen den Bundesforsten nun verstärkt auf die Finger schauen.
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