30.05.2016, 22:00 Uhr

Neos: Die Partei startet jetzt im Gailtal durch

Der Unternehmer und Neo-Politiker Marcel Mild will mit den Neos frischen Wind in die Region bringen

Erstmals stellt sich im Bezirk Hermagor die Partei der Neos auf. Marcel Mild ist Regionalkoordinator.

GAILTAL. Was die Partei der Neos betrifft, war das Gailtal bisher ein blinder Fleck. Das soll sich jetzt ändern. Mit dem Jungunternehmer und Neo-Politiker Marcel Mild aus Gundersheim hat der Bezirk erstmals einen Neos-Regionalkoordinator. Mit der WOCHE spricht Mild im Interview über die Pläne und Vorhaben für das Tal.

WOCHE: Herr Mild, was war die Motivation, im Gailtal mit ihrer Person einen Regionalkoordinator aufzustellen?
MARCEL MILD: Seit eineinhalb Jahren bin ich mit dem Landessprecher der Neos Christoph Haselmeyer und der EU Abgeordneten Angelika Mlinar im Gespräch, die Neos auch in der Region Gailtal aufzubauen. Ich sehe durch unsere Partei - durch das, wofür sie steht, viel Potenzial, das Tal stärken zu können.

WOCHE:
Wie wollen Sie die Neos im Bezirk aufstellen?
MILD: Es gibt bisher rund 30 Personen aus der Region – Männer und Frauen -, aus den verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen, welche sich der Partei zugehörig fühlen und die bereit sind, etwas zu bewegen. Mit diesem „Team“ starten wir nun.

WOCHE: Als welche Art von Partei können sich die Gailtaler die Neos vorstellen?
MILD: Als eine Partei, die den Mittelstand anspricht. Wir wollen eine Bewegung für den Mittelstand werden, mit einem frischen, dynamischen Wind.

WOCHE: Was sind die ersten Schritte, die Sie setzen wollen? Wie wollen Sie Bürger und zukünftige Partner ansprechen?
MILD: Wir möchten uns in der Region erst mal bekannt machen und den Neos im Zuge von Veranstaltungen ein Gesicht geben, damit uns die Menschen im Tal kennen lernen. Zusätzlich wollen wir gezielt in direkte Interaktion mit Interessensvertretern aus den verschiedensten Bereichen in Kontakt treten und erste Gespräche führen.

WOCHE: Welche Rolle spielen dabei die anderen Parteien?
MILD: Eine große. Nur wenn es gelingt, auch die anderen Parteien ins Boot zu holen, und sie für eine Sache gewinnen kann, kann man etwas umsetzten.

WOCHE:
Was sind Ihre Ziele, wohin wollen die Neos im Gailtal?
MILD: Ein zentraler Punkt ist die Bürgerbeteiligung. Diese möchten wir intensivieren.

WOCHE: Bürgerbeteiligung ist demnach ja nichts Neues. Wie stellen Sie sich diese vor?
MILD: Bürgerbeteiligung soll nicht eine einmalige Sache sein, womit sich eine Partei bloß etwas auf die Fahne schreiben kann. Ich verstehe darunter einen längerfristigen, begleitenden Prozess, in dem die Menschen permanent eingebunden und auf aktuellem Stand gehalten werden. Es geht um die Sache, um die Fakten, um die Menschen, die es betrifft, und nicht um die Partei.

WOCHE: Bei welchen Themen stellen Sie sich spontan eine Bürgerbeteiligung vor?
MILD: Bei Themen die mir als steirischer Zuwanderer und hier ansässiger Gailtaler und sowie Vertreter der Neos wichtig sind: Abwanderung, Arbeitsplätze schaffen, die Wirtschaft wieder stabilisieren und beleben, Bildung reformieren. Auch Themen wie der Ausbau der Breitband-Internetanbindung gehören dazu.

WOCHE: Diese Punkte sind auch bei anderen Parteien Programm. Was unterscheidet die Neos hierbei von SPÖ, ÖVP, FPÖ und GRÜNE?
MILD: Es geht um neue Wege und Ideen, die man beschreiten sollte. Darauf ist unser Fokus gerichtet. Nehmen wir die Wirtschaft her: Ich sehe in der Region in dem neuen, innovativen Bereich der Kreativwirtschaft eine große Chance. Tolle Ideen und Innovationen werden oft nicht umgesetzt, weil der Mut fehlt, diese Dinge auch “anzugreifen“. Vernachlässigt wird oft eine gezielte Vernetzung mit traditionellen Betrieben, sowie die intensive Kooperation der Verantwortlichen und die Bereitschaft, alte Pfade zu verlassen. Open Spaces – öffentliche Workshops könnten da förderlich sein.
Ähnliches gilt für das Thema Bildung: Warum richtet man im regionalen Bildungsbereich nicht stärker einen Fokus auf Gesundheits-Tourismus? Das ist die Zukunft in der Region. Wenn wir wollen, dass unsere Jugend im Tal bleibt, und damit der sogenannte „Brain Drain“ nicht abwandert, werden wir auch Wege finden müssen, wie man entsprechende Arbeitsplätze neu generieren kann.
Im Gailtal ist man in bestimmten Bereichen, sei es Slow-Food, auf dem richtigen Weg: nämlich daraus Potenzial zu schöpfen, was die Region ausmacht. Man kann Nischen, die vorhanden sind, noch sorgfältiger und gezielter nutzen. Das ist auch unser Weg, dies voranzutreiben.
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