21.04.2016, 10:00 Uhr

Der "Müllriese" steht jetzt still

Zum ersten Mal seit ihrem Bestandsjahr wird heuer erstmals auch die Dampfturbine zerlegt und gewartet

Die Müllverbrennungsanlage in Arnoldstein wird derzeit generalrevisiert.

ARNOLDSTEIN. Mehr als eine Million Tonnen Müll wurden bisher in der Müllverbrennungsanlage in Arnoldstein verwertet. Vor wenigen Tagen haben die jährlichen Revisionsarbeiten in der Anlage begonnen. Sie werden seit dem 12-jährigen Bestehen der Anlage jährlich durchgeführt. Wobei es diesmal eine Premiere gab: Zum ersten Mal seit ihrer Inbetriebnahme wurde die Dampfturbine zerlegt. Der Rotor der Turbine und der Leitapparat werden dazu ausgebaut. Die Arbeiten nehmen Spezialisten der Firma Siemens vor. Die Teile werden zur Revision zur Herstellerfirma geschickt. Im Juni soll die Turbine wieder in Betrieb sein. Sie erzeugt im Jahr 42 Gigawattstunden Strom. Insgesamt können aus dieser Menge 12.000 Haushalte versorgt werden. Die Anlage verbraucht davon rund ein Viertel selbst. Der Rest gelangt ins Stromnetz der Kelag.

Kosten: eine Million Euro

Gewartet wird auch der Kessel. Bei dessen Verbrennungsrost sind beim Mauerwerk im Kessel sowie an den Kesselohren Reparaturen notwendig. Zudem werden die Armaturen einem Service unterzogen. Und im Müllbunker der Anlage wird derzeit das Mauerwerk saniert. Die Revision des Brennofens kostet laut Kelag-Vorstand Manfred Freitag rund eine Million Euro. Für das Service an der Dampfturbine kommen noch extra 850.000 Euro dazu. 40 Personen – zum Großteil werden diese über Fremdfirmen „geleast“ – sind derzeit in der Müllverbrennungsanlage mit den Revisionsarbeiten beschäftigt.


Zwei Monate außer Betrieb

Zwei Monate werden die Arbeiten im Werk benötigen. Die Anlage der Kärntner Restmüllverwertungs GmbH (KRV) steht aufgrund der Überprüfungs- und Servicearbeiten still. Der Müllofen ist außer Betrieb. „Müll, der während dieser Zeit angeliefert wird, wird zwischengelagert“, informiert Günter Zeilinger, Geschäftsführer der KRV. Pro Jahr verwertet die Müllverbrennungsanlage rund 95.000 Tonnen nicht gefährlicher Abfälle – vor allem Hausmüll. Das ist eine Steigerung von 15.000 Tonnen. Rund 21 Millionen Kilowattstunden Fernwärme pro Jahr liefert die Anlage für die Kunden im Industriepark Arnoldstein und für die Fernwärme Arnoldstein und rund 42 Millionen Kilowattstunden Strom ins Netz. Der Betrieb der Restmüllanlage und des Fernwärmenetzes haben laut Zeilinger zu einer Verringerung der Emission in der Region beitragen können. Freitag betont den Vorteil der thermischen Verwertung: „Wir ersparen damit der Umwelt rund 140.000 Tonnen CO₂-Äquivalent pro Jahr gegenüber der Deponierung.“ Die Verbrennungsanlage, die auf dem neuesten Stand der Technik ist, zu vergrößern, steht nicht zur Debatte. Dafür gibt es laut Zeilinger nicht genug Müll.


Zur Sache

Bei der 1997 gegründeten Betreibergesellschaft „Kärntner Restmüllverwertungs GmbH" sind zwei Partner beteiligt: KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft mit 74,9 % und die Saubermacher Dienstleistungs AG mit 25,1 %. Die KRV beschäftigt heute 29 Mitarbeiter.

Die wichtigsten Stationen in der Gechichte der KRV:
•1999: Volksbefragung in Arnoldstein, über 58 % der Bevölkerung sprechen sich für die •Errichtung der Thermischen Behandlungsanlage aus.
•Oktober 2001: Positiver UVP-Bescheid der 1. Instanz.
•März 2002: Verhandlung beim Umweltsenat und positiver Bescheid der 2. Instanz.
•Juli 2002: Beginn der Bauarbeiten für die Errichtung der Anlage.
•Mai 2004: Übernahme der ersten Fuhre Restmüll.
•September 2004: Offizielle Eröffnung der Anlage.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.