19.05.2016, 06:00 Uhr

Finanzspritze für die Nahversorger

Landesrat Christian Benger, Dellachs Bürgermeister Johannes Lenzhofer und das Team vom Spar Markt Kastner in Dellach (Foto: KK)

Nahversorger werden wieder gefördert. Der Sparmarkt in Dellach ist einer davon.

DELLACH. Ab sofort gibt es wieder eine Nahversorger-Förderung. Das Wirtschaftsreferat des Landes unterstützt Betriebsmittel und Personalkosten, auch jene für Teilzeitkräfte. Voraussetzung ist, dass auch die Gemeinde den Nahversorger unterstützt. Insgesamt stehen dafür 100.000 Euro zur Verfügung. Auch die Gemeinde Dellach im Gailtal hat um Förderung angesucht und erhielt vor kurzem die Zusage für eine Unterstützung. Das Ansuchen gestellt hat die Gemeinde, "Damit unseren Bürgern weiterhin die Möglichkeit geboten wird, die Lebensmittel beim Nahversorger zu beziehen", informiert Bürgermeister Johannes Lenzhofer.

Kettenreaktion
"Durch diese Wirtschaftsförderung, die für Nahversorger im ländlichen Raum gewährt wird, fördern wir gemeinsam mit Landesrat Benger und dem Land Kärnten somit Struktur und Personalkosten", so Lenzhofer. Er betont: "Jeder Nahversorger ist enorm wichtig für die Gemeinden – so auch bei uns. Tatsache ist, dass die Schließung eines Nahversorgers auch Auswirkungen auf alle anderen Betriebe hat – eine Kettenreaktion entsteht. Genau deshalb ist es uns enorm wichtig, unser Dorfleben weiterhin am Leben zu erhalten."

Dorfleben wird gestärkt
Der Gemeindechef erläutert den Stellenwert der Nahversorger. "Einerseits stärkt ein Geschäft das Dorfleben, andererseits ermöglicht uns der Kauf im Ort die Einkäufe auf schnellem Wege und ohne lange Autofahrten zu erledigen. Mit am wichtigsten ist, dass ohne Nahversorger keine Möglichkeit für unsere ältere, teilweise nicht mobile Generation besteht, selbständig einzukaufen."
"Was es wirklich bedeutet, kein Geschäft mehr im Ort zu haben, erkennt jeder Bürger erst, wenn der Nahversorger seine Pforten endgültig schließen muss", regt Lenzhofer zum Nachdenken an.
Angesprochen auf die Vorteile der Nahversorger-Unterstützung ergänzt der Gemeindechef: "In erster Linie werden durch die Förderung die Arbeitsplätze der Mitarbeiter des Sparmarkt Kastner gesichert. Denkt man jedoch weiter, hängen letztendlich auch die Arbeitsplätze im Umfeld (z.B. Bäckerei, Bank, Gasthöfe, etc.) von einem Weiterbestand des Geschäftes ab. Schließlich belebt ein Nahversorger mit seinem Angebot und als Stätte der Kommunikation auch das Dorfleben und die Wirtschaft eines Ortes."


Bürgermeister Johannes Lenzhofer betont: "Wir befinden uns in der glücklichen Lage, sechs Betriebe, die sehr zentral rund um das Gemeindeamt angesiedelt sich, zu haben: Neben dem Sparmarkt Kastner sind das die Raiffeisenbank, die Bäckerei Janschitz, das Friseurgeschäft Friseur Nicole, das Fußpflegestudio Bettina Zankl, der Dellacher Dorfwirt."

Zur Sache

Das Land verdoppelt den Gemeindebeitrag für Betriebsmittel (maximal 2.000 Euro) und für Personalkosten.
•Ein Vollarbeitsplatz wird mit 1.000 Euro, ein Teilzeit-Arbeitsplatz mit 500 Euro gefördert – maximal gibt es hier 3.000 Euro.
•Wichtige Auflage: Schließt ein Nahversorger trotz Förderung seinen Betrieb vor dem 31. Dezember 2017, ist die Förderung zurückzuzahlen.
Immer mehr Gemeinden wünschen sich wieder einen Nahversorger oder sollen einen bestehenden unterstützen, weil Kosten die Einnahmen übersteigen. Benger: "Der Trend zur Regionalität und das Bewusstsein für einen regionalen Wirtschaftskreislauf erzeugen einen neuen Bedarf für Nahversorger."
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