08.06.2016, 09:39 Uhr

Junge Grüne fordern "zweites MuseumsQuartier" für die Kreuzgasse

Sarah Geiblinger (22) und Bernardo Novy (23) von den Jungen Grünen Währing vor dem alten Haus der Barmherzigkeit. (Foto: Lukas Wurzinger)

Die Jungen Grünen wollen aus dem Haus der Barmherzigkeit einen Begegnungsraum machen.

HERNALS/WÄHRING. (jg/tba). Künstlerische Einrichtungen, ein Jugendzentrum, Spielplätze, Sportanlagen und Grünflächen – und natürlich sozialer Wohnraum. Geht es nach Währings Jungen Grünen, soll das seit Jahren leer stehende ehemalige Haus der Barmherzigkeit zu einem zweiten MuseumsQuartier werden. Das Haus befindet sich unmittelbar an der Grenze zu Hernals an der Ecke Kreuzgasse/Vinzenzgasse.
Der hohen Nachfrage nach günstigem Wohnraum sei man sich zwar bewusst, trotzdem müsse man aber auch die soziale Infrastruktur im Auge behalten, sagen Sarah Geiblinger und Bernardo Novy von den Jungen Grünen: "Die Leute können schließlich nicht nur zu Hause sitzen." Von den Kosten des Vorhabens müsse man sich noch ein Bild machen.

Angebote für Jung und Alt
Ein zweites MuseumsQuartier schwebt der Jugendorganisation vor. Dabei geht es aber nicht in erster Linie um Kultureinrichtungen. Vielmehr soll das Haus zu einem "zweiten Wohnzimmer zum Entspannen und Erholen mitten im belebten Kreuzgassenviertel" werden. Es soll Angebote für Jung und Alt geben. Das Grätzel ist ja derzeit mit Grünraum nicht gerade übermäßig gesegnet.

Das Gebäude, in dem früher das Pflegeheim des Hauses der Barmherzigkeit untergebracht war, steht seit zehn Jahren leer. Nun steht die Eigentümerin, die Erzdiözese Wien, aber in Verkaufsverhandlungen. Diese seien noch nicht abgeschlossen. Über potenzielle Käufer könne man deshalb noch keine Auskunft geben, heißt es vom Sprecher der Diözese, Michael Prüller. Was bekannt ist: Ein Errichterkonsortium soll den Bauplatz kaufen. Entstehen sollen hier einerseits geförderte Wohnungen, andererseits wird eine von der Caritas betreute Pflegeeinrichtung in das neue Gebäude einziehen. "60 Prozent Wohnen, 40 Prozent Pflege", heißt es.

Bezirk nicht dagegen

"Wenn die Eigentümer der Idee der Jungen Grünen zustimmen, sind wir definitiv dafür", sagt Währings Bezirksvize Robert Zöchling (Grüne). Der Bezirk wolle sich dafür einsetzen, den öffentlichen Raum rund um das Haus aufzuwerten. Mit dem neuen Eigentümer, der auch dem Bezirk noch nicht bekannt ist, möchte man das neue Projekt gerne gemeinsam diskutieren: "Wir wollen uns im Rahmen unserer Möglichkeiten einbringen." Dass diese Möglichkeiten aus finanzieller Sicht durch den Rahmen des Bezirksbudgets begrenzt sind, ist klar. "Die Idee eines zweiten MuseumsQuartiers werden wir mit unseren Kulturmitteln jedenfalls nicht stemmen können", sagt Zöchling.

Wie sich die Forderung nach einem "Wohnzimmer", in dem es sicher auch lauter zugehen würde, mit der Pflegeeinrichtung vertragen würde, muss noch geklärt werden. Geiblinger und Novy zeigen sich selbstbewusst, dass das Vorhaben umgesetzt werden könnte.
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