19.07.2016, 14:45 Uhr

Herzogenburg/Traismauer: Asyl in der Region ein Jahr nach der Welle

SLC-Asylcare-Geschäftsführer Christian Kogler mit Amin, Mahtab und Mutter Mina Asadpourian aus dem Iran.

Vor einem Jahr war der Höhepunkt der Flüchtlingswelle. Mittlerweile fanden viele Menschen Schutz in der Region. So leben die ersten Ankömmlinge heute.

REGION HERZOGENBURG/TRAISMAUER (mh). Die Bezirksblätter haben sich in der Region Herzogenburg/Traismauer umgesehen, wie die Lage in den Gemeinden ist und welche Fortschritte es bei der Integration gibt. Die 17-jährige Mahtab Asadpourian aus dem Iran ist seit sechs Monaten in Österreich und wohnt in der SLC-Asylcare-Unterkunft in Oberndorf in der Ebene bei Herzogenburg. Zum Bezirksblätter-Gespräch ist sie mit ihrer Mutter und ihrem Bruder Amin gekommen.

Flucht aus dem Iran

"Die Österreicher sind sehr freundlich und wir fühlen uns willkommen. Wir hoffen, dass wir in diesem Land bleiben dürfen", sagt das Mädchen in lupenreinem Deutsch. Für die Zukunft hat die Schülerin – sie besucht die siebente Klasse eines Gymnasiums – klare Vorstellungen: "Ich möchte an der Universität Wien studieren." Wie ihre restliche Familie muss sie allerdings noch auf einen positiven Asylbescheid warten. Integriert fühlt sich Mahtab sehr gut: "Ich habe sehr nette Freunde, die mich regelmäßig besuchen." Auch ihr 21-jähriger Bruder Amin hat keine Schwierigkeiten, Anschluss zu finden: "Auch ich habe viele neue Freunde und spiele in der Herzogenburger Fußballmannschaft." Amin hat bereits ein Elektronik-Diplom in der Tasche und hofft, dass er in Österreich weiterstudieren kann, sobald das mit der Sprache klappt.

Wogen geglättet

Mit 89 Asylwerbern ist die Unterkunft auf dem Biomin-Gelände das größte Flüchtlingsquartier in der Region Herzogenburg/Traismauer. Für Herzogenburgs Bürgermeister Franz Zwicker (SPÖ) haben sich die anfänglichen Wogen geglättet: "Für meine Begriffe funktioniert das Zusammenleben mit den Flüchtlingen mit kleinen Ausnahmen sehr gut." Für SLC-Asylcare-Geschäftsführer Christian Kogler gibt es zum Thema Integration ganz unterschiedliche persönliche Geschichten: "Einige haben auch in unseren Quartieren die Zeit irgendwie totgeschlagen, andere haben sofort das Heft in die Hand genommen und zusätzliche Deutschkurse besucht oder sind einem Sportverein beigetreten."

Zur Sache


Asylwerber pro Gemeinde (Stand 1.7.2016):
Herzogenburg 128
Inzersdorf-Getzersdorf 6
Kapelln 5
Nußdorf ob der Traisen 9
Obritzberg-Rust-Hain 16
Perschling 25
Statzendorf 5
Traismauer 25
Wölbling 6
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