25.07.2016, 09:10 Uhr

Tumulte in Flüchtlingsunterkunft: Sieben junge Männer wurden verlegt

Flüchtlingsunterkunft in Oberndorf
OBERNDORF (je). In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag kam es in der Flüchtlingsunterkunft in Oberndorf (Herzogenburg) zu einem Tumult. Die Jugendlichen haben sich in den Wohncontainern verbarrikadiert, Betreuer wurden nicht mehr in die Container gelassen. Erst die Polizei konnte den Tumult auflösen. "Uns sind in vielen Fällen die Hände gebunden", erklären Kitti Kiss und Christian Kogler von der Betreuerfirma SLC-Asylcare. Die Polizei hat in solchen Fällen mehr Handhabe.

Sieben Jugendliche verlegt
Zur Deeskalation wurden sieben der Rädelsführen noch Donnerstagmorgen, getrennt voneinander in andere Flüchtlingsunterkünfte verlegt. Laut Betreiberfirma sind nun 34 unbegleitete minderjähirge Flüchtlinge (UMF) und 49 Erwachsene/Familien in Oberndorf untergebracht. Die Zahl soll nicht mehr erhöht werden, zu Beginn waren 48 UMF in Oberndorf.

Unzufriedenheit und Konflikte
Christian Kogler von SLC-Asylcare spricht von einem "verklärten Blick" mit dem man herangegangen sei. So wäre man davon ausgegangen, dass die Jugendlichen vor allem dankbar seien. Trotzdem ist es zu Vorfällen und Sachbeschädigungen gekommen. In der Folgen wurden die Jugendlichen vom festen Gebäude, dem ehemaligen Firmensitz der ERBER Group, in die Containerunterkunft verlegt.
"Die Jugendlichen sind nicht glücklich, unzufrieden mit ihrer Situation", schildert Kogler. Zu schlechtes Essen, zu wenig Taschengeld - all dies war bereits Thema. "Manche glauben auch, sie sollten besser in Wien leben, weil sie da mehr machen könnten", so Kogler. Der ein oder andere spekuliere auch darauf, durch auffälliges Verhalten verlegt zu werden und so vielleicht in eine größere Stadt zu kommen.

Kritik kommt von der FPÖ

Die Mandatare der FPÖ rund um Wolfgang Schatzl zeigen sich besorgt ob dem, ihren Angaben nach, regen Besuch der Flüchtinge in der Moschee. Zudem seien die Jugendlichen noch spät nachst, lärmend in Oberndorf unterwegs. "Wir dürfen die Jugendlichen nicht einsperren", schildert Kitti Kiss. Soll heißen, Nachtruhe gibt es zwar, aber verhindert werden, dass die Jugendlichen in der Nacht das Haus verlassen kann rechtlich gesehen nicht. "Wir haben unseren Nachtdienst aber bereits aufgestockt", so Kiss weiter. So soll eine bessere Kontrolle möglich sein.

Keine Perspektive
"Die Möglichkeiten und Perspektiven sind alles andere als erfreulich", schildert Margarete Erber von der ERBER Group. Zwar werden Deutschkurse auch in den Ferien weitergeführt, ansonsten gibt es für die Flüchtlinge aber nicht viel zu tun.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.