14.03.2016, 15:20 Uhr

Versuch: Wie Pappel gut trocknet

Gernot Erber von der Universität für Bodenkultur und Waldbesitzer Michael Bubna-Litic starten einen Versuch.

TRAISMAUER (je). Die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) führt in Traismauer einen Versuch zur Holztrocknung durch.
"Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der sowohl in der Industrie als auch zur Energieerzeugung eingesetzt wird. Für viele Zwecke wird trockenes Holz benötigt. Um die Trocknung so kostengünstig wie möglich zu gestalten, wird Holz im Wald in Poltern gelagert und auf natürliche Art und Weise getrocknet", erklärt der gebürtige Traismaurer Gernot Erber vom Institut für Forsttechnik der BOKU Wien.

Versuch in Traismauer
In der Wagramer Au wird von März bis Oktober ein Versuch durchgeführt, der den Effekt des Spaltens auf die Trocknung von Pappel-Rundholz untersucht. "Pappeln sind sehr feucht, die Trocknung ist daher schwierig", erklärt Aubesitzer Michael Bubna-Litic, warum gerade dieses Holz gewählt wurde. "In unserer Au haben wir auch hauptsächlich Pappeln", fügt Bubna-Litic hinzu.
"Es wird angenommen, dass das Spalten, wie beim Brennholz schon bekannt, dazu führt, dass das Holz schneller und besser trocknet", schildert Forsttechniker Gernot Erber. Um diesen Effekt messbar zu machen, wurde gespaltenes und nicht gespaltenes Pappel-Rundholz auf zwei überdimensionalen Waagen platziert. So kann der Trocknungsverlauf beobachtet werden. Eine Wetterstation zeichnet die Trocknungsbedingungen auf. "Aus diesen Daten soll ein Modell erstellt werden, das den Trocknungsfortschritt aus den Wetterbedingungen schätzt", so Erber. Es wird erwartet, dass das gespaltene Pappel-Rundholz deutlich schneller und besser trocknet als das nicht gespaltene. "Sollte dies der Fall sein, so kann das Spalten von Pappel-Rundholz als geeignete Maßnahme zur verbesserten Trocknung empfohlen werden", erklärt Gernot Erber. Mit trockenerem Holz kann in der Energieerzeugung der Materialverbrauch gesenkt werden. In der industriellen Verarbeitung könnte darüberhinaus eine aufwendige und mit hohem Energiebedarf verbundene künstliche Trocknung entfallen.
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