29.09.2016, 09:41 Uhr

Bürgerliste MIT gegen Heizwerk mitten im Wohngebiet -

Das Heizwerk wird nach SPÖ-Plänen mitten im Stadtzentrum auf dem Grundstück des sogenannten "Kargl-Berges" in der Traismaurer Siedlung direkt vis-a-vis der Wohngebäude und des Kinderspielplatzes errichtet werden.

"Beschlüsse zum wirtschaftlichen Nachteil der Gemeinde!". ----

Die Stadtgemeinde Traismauer bekommt nun - auf Betreiben von Bürgermeister Herbert Pfeffer und seines Energieberaters Alexander Simader - ein Nahwärmewerk (Heizwerk). Dafür plant die SPÖ nun mittels im Gemeinderatsakt vorliegendem und in der gestrigen Sitzung des Gemeinderates beschlossenen Optionsvertrages, das mitten im Stadtzentrum gelegene Grundstück des sogenannten "Kari-Berges" in der Traismaurer Siedlung im Ausmaß von mindestens 1.400 Quadratmetern um nur 25 Euro pro Quadratmeter zu verkaufen (mit der Option zum Kauf von weiteren Flächen am selben Grundstück zum selben Preis von nur 25 Euro pro Quadratmeter) und zudem knapp 200.000 Euro an Anschlusskosten für die öffentlichen Gebäude als Startüberweisung für den von Energieberater Alexander Simader ausgewählten privaten Betreiber des Heizwerkes zu bezahlen.

"Die Bürgerliste MIT hat aufgrund der nicht argumentierbaren Verschleuderung eines wertvollen Gemeindegrundstückes um nur 25 Euro pro Quadratmeter mitten im Stadtzentrum, der zusätzlichen Anschlusskosten in Höhe von 200.000 Euro sowie der unkündbaren Vertragsbindung von 20 Jahren gegen diese Vertragsentwürfe und Beschlüsse gestimmt. Zum Vergleich: Ein Baugrundstück kostet derzeit in unserer Gemeinde in einer vergleichbaren Lage nicht unter 65 Euro pro Quadratmeter, einen Gasanschluss der EVN bekommt man pro Grundstück bzw. für einen Haushalt derzeit unter 2.000 Euro! Der Anschlussvertrag des privaten Betreibers, der gestern ebenfalls im Gemeinderat auflag und beschlossen wurde, sieht zudem eine unkündbare Bindung für 20 Jahre mit gleichzeitiger Preisbindung des Wärmebezugs an den allgemeinen Preisindex vor. Würde sich eine Privatperson oder ein privates Unternehmen - ohne Möglichkeit einer Nachverhandlung - für 20 Jahre an einen Lieferanten binden, und das noch dazu bei nicht marktfähigen Anschlusskosten und laut aktuellen Wirtschaftsprognosen in den nächsten Jahren weiter stark steigenden Holzpreisen? Hinter vorgehaltener Hand wird ja von SPÖ-Seite sogar argumentiert, dass sich dieses Projekt von Anbieterseite wirtschaftlich nicht betreiben lässt, wenn man diese Konditionen nicht bietet. Aber dann muss man halt die Gesetze des Marktes akzeptieren und das Projekt einfach lassen!", so MIT-Klubsprecherin Elisabeth Wegl.

Nach Ansicht der Bürgerliste MIT gäbe es für die Heizung und Wärmeversorgung der öffentlichen Gebäude genug andere Alternativen, etwa Photovoltaik gekoppelt mit Wärmepumpen oder einen sauberen und wartungsfreien Gasanschluss, jedoch vor allem eine rasche Sanierung und Dämmung der Gebäudehüllen der öffentlichen Gebäude, die eine unmittelbare Auswirkung auf die Energiekosten hätte. "Diese Beschlüsse des Gemeinderates zum Heizwerk sind jedenfalls zum Nachteil des Gemeindevermögens. Die einzigen, die daran risikolos verdienen, sind der private Betreiber des Heizwerkes und der Energieberater Simader für seine zahlreichen, teuren Gutachten, Ausschreibungen und Empfehlungen", so Wegl abschließend.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.