10.10.2016, 08:33 Uhr

Kein Zielpunkt mehr am Küniglberg: Suche nach einer Zwischenlösung

Bezirksvize Fritz Unterwieser und Bezirksrätin Andrea Exler (beide SPÖ) setzen sich für eine Zwischenlösung ein.

Montecuccoliplatz: Statt des ehemaligen Supermarktes sind fahrende Händler oder Marktstandl angedacht.

HIETZING. Verärgerte Anrufe und verzweifelte Leserbriefe: Seit der Zielpunkt am Montecuccoliplatz weg ist, herrschen Aufregung und Unverständnis unter den Anrainern am Küniglberg: "Schon ewig gab es an dieser Stelle einen Supermarkt, von verschiedenen Betreibern. Warum sollte es jetzt keinen mehr geben?", fragt Siegfried Engelbrecht.

Christiane Feuchter schreibt: "Ich bin als Anwohnerin des Montecuccoliplatzes leider davon betroffen – und mit mir viele Menschen, die dort wohnen. Wir haben keine Einkaufsmöglichkeit mehr, seitdem der Zielpunkt geschlossen hat. Keine Apotheke, keine Trafik, keine Bank. Alles ist nur mit den Öffis erreichbar."

Jetzt versucht die Bezirkspolitik, mit einer Zwischenlösung die Situation für die Anrainer zu erleichtern. Denn die Gerüchteküche brodelt. Angeblich soll hier ein kleiner Gemeindebau entstehen. "Wiener Wohnen" bestätigt dies derzeit nicht.

Ein entsprechender Antrag wurde in einer Sitzung der Bezirksvertretung einstimmig beschlossen. Als Übergangslösung werden ein mobiler Nahversorger oder Marktstände angedacht. "Eine Möglichkeit wäre ein Händler, der zweimal in der Woche vorbeikommt und das Nötigste verkauft", so Bezirksvize Fritz Unterwieser (SPÖ). "Diese Sache ist zu einem traurigen Spielball geworden", heißt es aus dem Büro von Bezirkschefin Silke Kobald (ÖVP). Die verschiedenen Varianten werden derzeit ausgelotet. Genaueres wird jedoch nicht verraten.

Nicht aufgegeben

Auch "Wiener Wohnen", der Inhaber des leer stehenden Geschäftslokals, hat noch nicht aufgegeben. "Verhandlungen mit mehreren Interessenten sind am Laufen", so Pressesprecher Jörg Neumayer zur bz. Neben dem Standort spreche auch der schlechte Zustand des Lokals gegen eine Übernahme.

"Eine umfassende Instandsetzung wäre mit einem großen Aufwand verbunden. Derzeit klären wir sinnvolle und nachhaltige Lösungen ab, die auch eine Versorgung der Bewohner in der Umgebung gewährleisten", so Neumayer.
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