09.05.2016, 08:31 Uhr

U4-Sperre: Chaos blieb aus

70 Mitarbeiter der Wiener Linien sorgen dafür, dass alle zum Bus finden. (Foto: Johannes Zinner)

Vorläufig kein Mega-Stau im Bezirk: ein Rückblick auf die ersten Tage der gesperrten Linie U4.

HIETZING/PENZING. Es läuft besser als gedacht: Die U4-Sperre zwischen Hütteldorf und Hietzing hat seit Wochen bei vielen Anrainern für pessimistische Aussagen gesorgt. Medien prophezeiten Mega-Staus auf der Westein- und -ausfahrt, das Konzept der Wiener Linien wurde kritisiert.

Klar ist: Für den Bus oder andere Ausweichrouten muss man ungefähr 15 Minuten mehr einplanen und 900 Fahrgäste einer U-Bahn können nicht in einen Bus mit 128 Plätzen einsteigen. Wer am Morgen schwer aus dem Bett kommt, muss sich bis zum 5. September auf harte Zeiten einstellen. Auf der Homepage der Wiener Linien zählt ein Countdown die Tage bis zur Wiedereröffnung herunter.

Info-Kampagne funktioniert

Nach ein paar Tagen Sperre und einigen Runden mit dem Zusatzbus U4Z kann man jedoch zumindest vorläufig ein positives Fazit ziehen: Die Durchsagen funktionieren, die Busse stehen nicht im Endlosstau, nicht einmal vor Schönbrunn irren die Touristen wie kopflose Hühner herum. Ein Kritikpunkt: Spielt das Wetter nicht mit, warten die Fahrgäste an den meisten U4Z-Stationen im Regen.

Bei der Einfahrt in die Haltestelle Schönbrunn wird auch – auf Englisch und Deutsch – durchgesagt, dass hier der Fußweg zum Bus kürzer ist als bei der derzeitigen Endstation Hietzing. Hier stößt man auch gleich auf Wiener-Linien-Mitarbeiter, die weiterhelfen – im Notfall sogar über die Straße bis direkt in den Bus. Insgesamt sind 70 Mitarbeiter für die ersten Wochen eingeteilt. Dafür werden Überstunden gemacht. Für die 14 Zusatzbusse ist das anders: Hier musste Buspersonal von "Dr. Richard" angemietet werden.

Eine eigene Busspur gibt es nicht, aber vor der Kennedybrücke ist ein Nadelöhr entstanden. Der Grund: Auf der ohnehin stark befahrenen Hadikgasse ist die Abbiegespur Richtung Hietzing verkürzt. In den Stoßzeiten braucht es hier Geduld, wenn man in den 13. Bezirk will. Der ÖAMTC warnt, dass es besonders an Wochenenden mit schönem Wetter zu Staus kommen kann. Passiert ein Unfall – wie am ersten Tag der Sperre – ist der Stillstand vorprogrammiert.
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V. R. aus Hietzing | 12.05.2016 | 16:38   Melden
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