13.09.2016, 08:00 Uhr

Endlich wieder mehr Taferlklassler

Die Schultüte hat den ersten Schultag für Franziska, Leonie, Johanna, Michael, Jonas, Thomas und Simon versüßt. Foto: Josef Messirek

Die Zahl der Schulanfänger ist landesweit im Steigen, das Fehlen von SonderpädagogInnen ist spürbar.

BEZIRK (jm). So viele Taferlklassler wie heuer hat es in NÖ schon lange nicht mehr gegeben: 6.173. Gründe dafür sind die leicht ansteigende Geburtenrate und auch die Zahl der Flüchtlingskinder. Nicht alle Volksschulen im Bezirk liegen im Landestrend. Die Betreuung der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf (SPF) wird von Volksschullehrerinnen übernommen, wo SonderpädagogInnen fehlen.

Bezirksweit 440 Taferlklassler

440 Kinder im Bezirk hatten am 5. September ihren ersten Schultag, 450 waren es 2015. Das gab der LSR für NÖ, Außenstelle Mistelbach, bekannt. In den beiden Hollabrunner Volksschulen (Koliskoplatz und Kirchenplatz) ist die Zahl der Taferlklassler mit 98 konstant geblieben, ebenso in Zellerndorf mit 20 Kindern.
Ein Mehr von zwei Schülerinnen konnten die Volksschule Retz (51) und Maissau (19) verzeichnen, in Haugsdorf gibt es mit 33 Kindern sogar um acht Taferlklassler mehr als im Vorjahr.
Den Schülerrückgang in Pulkau von 32 auf 17 erklärt die Direktorin Maria Müller-Pflügl so: „Dass es 2015 so viele Taferlklassler gegeben hat, ist die Ausnahme. Der langjährige Durchschnitt liegt bei 16 – 18.“ Über die Zahl der Flüchtlingskinder im Bezirk konnte der LSR keine Auskunft erteilen. Landesweit soll es etwa 3.000 Flüchtlingskinder geben. Die befragten Volksschulen meldeten fünf Taferlklassler, die aus Afghanistan, Syrien, Tschetschenien, dem Irak oder dem Iran kommen. Die Zahl der Flüchtlingskinder in allen Volksschulklassen beträgt 30, sie erhalten Deutschunterricht von Volksschullehrerinnen oder auch von Ehrenamtlichen.

Sonderschulproblem

Die Abschaffung der Sonderschulen hat mancherorts die schulische Situation erheblich erschwert. „Die Allgemeine Sonderschule ist einfach nicht ersetzbar“, ist die Pulkauer VD Müller-Pflügl überzeugt. Sie hat Erfahrung in der Betreuung von SPF- SchülerInnen, die sie als Stützlehrerin betreut: „Es ist total anstrengend, drei SchülerInnen mit einer Verhaltensstörung in einer Klasse mit 22 SchülerInnen zu unterrichten.“
Die österreichische Schulpolitik hat dieses Problem „gelöst“, indem sie die Zahl der SPF-SchülerInnen mit 2,76 Prozent gedeckelt hat, also höchstens drei von 100 Pflichtschülern. Mehr SonderpädagogInnen werden nicht angestellt. Tatsache aber ist, dass es in Niederösterreich und im Bezirk Hollabrunn durchschnittlich sechs Prozent SPF-SchülerInnen gibt.
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