22.07.2016, 10:16 Uhr

Integration klappt nur bedingt

Der Verein „Retz hilft“ veranstaltete mit den AsylwerberInnen aus der Weinstadt im Mai ein Sportfest. Foto: Privat

AsylantInnen belasten Gemeindebudget nicht, die Kosten werden auf alle ÖsterreicherInnen aufgeteilt.

BEZIRK (jm). Vor einem Jahr begann der Höhepunkt der Flüchtlingswelle. Die Bezirksblätter haben sich im Bezirk umgesehen, wie die Lage in den Gemeinden ist und wie die Fortschritte bei der Integration sind.
In Hollabrunn gibt es rund 90 AsylwerberInnen, die vom Verein menschen.leben betreut werden. Helmut Schneider von der Stadtgemeinde: „Einige haben schon einen positiven Asylbescheid erhalten und die Unterkunft verlassen. Es kommen aber wieder andere nach.“ Die Integration gelingt durch das Engagement vieler Privatpersonen. Pulkau hat 21 AsylwerberInnen, eine Familie ist im Juni nach Erhalt eines positiven Asylbescheides weggezogen. „Die 1,5-Prozent-Grenze ist in Ordnung, viele Freiwillige helfen bei der Integration mit, aber mehr Asylwerber wären nicht zu verkraften“, so Bgm. Manfred Marihart. „Mehrkosten entstehen der Gemeinde nicht, denn das Geld wird aus einem gemeinsamen Topf genommen, in den alle ÖsterreicherInnen einzahlen.“ Auch in Haugsdorf wurde von den 18 AsylwerberInnen eine syrische Familie asylberechtigt.

Der Wille zur Integration

Bgm. Andreas Sedlmayer: „Die Familie ist im Ort geblieben und wohnt jetzt im Jetzelsdorfer Pfarrhof.“ In Retz sind 51 AsylwerberInnen untergebracht, denen StR Martin Pichelhofer ein positives Zeugnis ausstellt: „Der Wille zur Integration ist bei allen da, nur tun sich manche schwer damit und brauchen etwas länger.“ Die 21 AsylwerberInnen in der Gemeinde Retzbach zeigen laut Bgm. Manfred Nigl großes Bemühen bei der Integration und entwickeln einen Gemeinschaftssinn trotz unterschiedlicher Nationalitäten.

Keine negative Stimmung

Die Bezirksblätter sprachen auch mit Hannes Schöllauf über die Flüchtlingssituation in Haugsdorf:
BB: In Ihrer Heimatgemeinde gibt es 18 AsylwerberInnen. Wie ist die Einstellung der Ortsbewohner zu ihnen?
Schöllauf: „Es ist keine negative Stimmung zu bemerken, sondern eine große Bereitschaft zu helfen“.
Wie sehen Sie die Flüchtlingswelle, die im Vorjahr ins Rollen gekommen ist?
„Wanderbewegungen hat es immer schon gegeben. Damit habe ich kein Problem, denn wenn wir die Flüchtlinge in den Arbeitsprozess und in unsere Gesellschaft integrieren, werden sie Konsumenten und Sozialversicherungszahler“.
Entspricht der Fortgang bei der Integration Ihren Erwartungen?
„Nicht immer. Erfolgreiche Integration ist aber Voraussetzung dafür, dass verschiedene Menschen konfliktlos zusammenleben können. Wenn sich Flüchtlinge nach den Sitten des Gastgeberlandes richten, wird sie gelingen“.
Haben Sie Situationen erlebt, wo es mit der Integration noch nicht geklappt hat?
„Ja, bei unseren Asylwerbern in Haugsdorf zeigt es sich, dass manche ihrer Lebensgewohnheiten sehr unterschiedlich zu den unsrigen sind. Eine Anpassung kann daher nicht von heute auf morgen stattfinden und ist ein fließender Prozess“.
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