30.03.2016, 08:00 Uhr

Pfarrer erlebte einen Kulturschock

Sie sind ein gutes Team in Zellerndorf: Pfarrprovisor Wladyslaw Strus und Kaplan Moritz Schönauer.Foto: Josef Messirek

Pfarrprovisor „Ladi“ Strus bedauert, dass sein Kaplan die Pfarre Zellerndorf verlassen wird.

ZELLERNDORF (jm). Ein gutes halbes Jahr leitet er als Provisor die fünf Pfarren des Pfarrverbands Zellerndorf: Wladyslaw Strus, von allen „Ladi“ genannt. Mit seinem Kaplan Moritz Schönauer zog er eine Halbjahresbilanz und stellte Überlegungen an zu „Pfarre neu“.

Kulturschock nach 20 Jahren USA

Bis 2014 war der gebürtige Pole, der in Deutschland Theologie studierte, 20 Jahre lang Pfarrer in Chicago. Dort kommen auf einen Priester etwa 6.000 Gläubige, in Österreich sind es 1.700. „Diese kleinen Strukturen waren für mich ein Kulturschock. Außerdem sind in Amerika Staat und Kirche streng getrennt, hier erlebe ich eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen Pfarre, Gemeinde und Schule“, bilanziert Ladi. „Tradition und Glaube sind hier eng verknüpft, und so ist viel Gutes gewachsen. Ich merke das vor allem beim Feiern von Festen.“

Pfarre neu ist Herausforderung

Im Zuge des Projektes „Pfarre neu“ hat Kardinal Christoph Schönborn im November 2015 neue Entwicklungsräume festgelegt. Das sind pastorale Einheiten aus mehreren Pfarren, die in Zukunft enger zusammenarbeiten werden. Die Pfarrverbände Zellerndorf und Pulkau wurden zu einem Entwicklungsraum zusammengefasst. Die Anzahl der Priester bleibt gleich, aber bei der Verwaltung will man einsparen. Wie es konkret weitergehen wird, das soll auch das Kirchenvolk mitentscheiden und mitgestalten.

Gemeinsame Sache Kirche

„Nicht der Pfarrer macht das alles, sondern Kirche ist unsere gemeinsame Sache. Wir alle sind das Volk Gottes“, ist Wladyslaw Strus überzeugt. Sein Kaplan Moritz Schönauer wurde für den neuen Pfarrer zur Schlüsselperson im Pfarrverband. „Er hat sich mit seinen Erfahrungen in die Pfarrarbeit eingebracht, und ich bin ihm sehr dankbar für die gute Zusammenarbeit.“

Kaplan verlässt Zellerndorf

Leider wird Ladis „rechte Hand“ nur mehr bis August in Zellerndorf sein. Ab September studiert Moritz Schönauer in Rom Kirchenrecht. „Das Studium war immer eine Option“, erklärt der gebürtige Tiroler, der auch sein Theologiestudium 2013 in der „Ewigen Stadt“ abgeschlossen hat und nun nach Erlaubnis des Kardinals, die Chance auf Weiterbildung nützen will. „Moritz wird uns im Pfarrverband allen sehr fehlen“, stellt sein Chef mit Bedauern fest, „und es ist ungewiss, wer nach ihm nach Zellerndorf kommt.“
Über den Weggang von Kaplan Moritz Schönauer sind auch sehr viele ZellerndorferInnen traurig. Der junge Geistliche war äußerst beliebt beim Kirchenvolk.
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