25.05.2016, 08:30 Uhr

Retz hilft weiteren Flüchtlingen

Norbert Payr (2. v. r.) mit dem Team, Vbgm. Alfred Kliegl (2. v. l.) und StR Martin Pichelhofer mit Verantwortlichen für Asylantenbetreuung. Foto: jm

Durch eine Privatinitiative wurden 28 Männer aufgenommen, insgesamt wohnen 50 Asylanten in Retz.

RETZ (jm). Seit Anfang Mai sind 28 Schutzsuchende für einige Zeit in den adaptierten Räumlichkeiten des Postgebäudes untergebracht. StR Martin Pichelhofer, Sprecher für Flüchtlingsfragen, sieht es als Aufgabe für die Gemeinde, auf die Einhaltung der menschenrechtlichen wie auch der Sicherheitsaspekte zu achten: „Insgesamt sind 50 Asylanten in Retz untergebracht, damit liegen wir noch unter der 1,5-Prozent-Grenze.“

Private Initiative Payr & Ott

Die Unterbringung der 28 Asylanten geht auf eine Privatinitiative von Norbert Payr aus Bruck/Leitha zurück. „Der Anlass waren die Berichte über die katastrophale Situation in Traiskirchen“, erklärt er im Gespräch mit den Bezirksblättern. „Da war es für mich klar, dass ich helfen muss.“ Sein ursprünglicher Beruf war Fluglotse, danach beschäftigte er sich mit Immobilien.
Mittlerweile betreibt sein Institut Payr & Ott in Zusammenarbeit mit der NÖ Landesregierung mehrere Asylantenquartiere. Für Retz findet Payr anerkennende Worte: „Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde und freiwilligen HelferInnen hat noch nirgends so gut und so rasch funktioniert wie hier.“

Betreuung und Integration

Betreut werden die Asylwerber, die aus Indien, Somalia, Pakistan und Nigeria kommen, von „Hausmeister“ Firuz Ziauddini, ein Afghane, der seit 15 Jahren in Österreich lebt und perfekt Deutsch spricht, aber auch Arabisch, Urdu und Farsi. Zusätzlich hat die Caritas eine Betreuungs- und Kontrollfunktion, und die Arbeitsgemeinschaft „Retz hilft“ koordiniert wie bisher Hilfeleistungen, Spendenaufrufe oder Deutschkurse.
Bürgermeister Helmut Koch hat die Bevölkerung in einem Schreiben über die neue Situation informiert. Die Gemeinde habe keinen Einfluss auf die Unterbringung der 28 Flüchtlinge gehabt und auch keine rechtlichen Mittel.

Alles im grünen Bereich

Der Stadtchef unterstützt das Projekt: „Wir sind zuversichtlich, dass wir die Flüchtlinge genauso rasch und problemlos in unserer Gemeinde aufnehmen können, wie diejenigen, die seit Herbst hier wohnen. Es hat keine Aufregung gegeben, sondern alles bewegt sich im grünen Bereich.“
Die Stadtgemeinde Retz werde sie mit einfachen Arbeiten wie der Hauptplatzreinigung beschäftigen. Auch der Vizebürgermeister Alfred Kliegl befürwortet das Vorhaben der Privatinitiative und ergänzt: „Natürlich werden wir die Sorgen und Ängste der Bevölkerung ernst nehmen.“
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