04.05.2016, 05:30 Uhr

Viel Qualm über den Weingärten

Dieses Foto zeigt die große Rauchwolke über Deinzendorf. Aufgenommen am 28. April um 02:45 in Deinzendorf. Foto: Herbert Schleich

Viele Winzer zündeten Feuer in Weingärten an, um Frost zu mindern.

RETZER LAND (jrh). Vergangene Woche wunderten sich viele BewohnerInnen vor allem im Retzer Land über den Qualm, der über den Weinrieden und Orten lag. Von Mittwoch auf Donnerstag setzte Nachtfrost ein, der bis unter die -1-Grad-Grenze reichte. Die sternenklare Nacht und die Wettervorhersagen verhießen nichts Gutes für die Winzer in der Region.

Nachtschicht für Winzer

Zum Beispiel hatten die Winzer in Deinzendorf in der Nacht große Mengen an Strohballen in der gesamten Freiheit postiert, diese angezündet, um so den drohenden Nachtfrost abzuwehren und um allzu große Schäden an den Weinkulturen zu vermindern. Winzer Markus Laurer aus Deinzendorf: „Ich hoffe, der nächtliche Einsatz hat sich gelohnt. Vor allem die aufgehende Sonne versetzt die gefrosteten Triebe in Schock. Dadurch werden die Zellen zerstört.“
Jungwinzer Florian Dworzak, ebenfalls aus Deinzendorf, der mit seinen Winzerkollegen beim „Räuchern“ dabei war, meint: „Drei Frost-Tage in dieser Woche sind einfach zu viel. Den Schaden, der durch den Spät- Frost entstanden ist, kann man heute schon sehen (Foto 2). Nächste Woche wird das gesamte Schadensausmaß festzustellen sein. Die Frühsorten sind extrem geschädigt, beim Grünen Veltliner und Riesling muss man abwarten. Es kommt auch auf die Lagen der Weingärten an“.
In weiten Teilen des Weinviertels, im Burgenland und in der Steiermark hat der Spätfrost im Wein- und Obstbau enorme Schäden verursacht. Florian Hanousek von der Landwirtschaftlichen Fachschule dazu: „Der Kältepol war in dieser Nacht in Peigarten mit - 3,5 Grad C. Aber auch im Retzer Land (Zellerndorf, Pulkau, Deinzendorf) sank die Temperatur unter -1 Grad Celsius. Mit dem kontrollierten und überwachten Rauch ist eine Milderung der kalten Luft und vor allem die Einstrahlung der aufgehenden Sonne zu erreichen. Besonders gefährdet sind die jungen Lagen. Der Kälteschock zerstört die jungen Triebe und führt zu erheblichen Schäden, die sich natürlich auf den Ertrag auswirken“, so Hanousek abschließend.
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Rudolf Sauerzapf aus Hollabrunn | 04.05.2016 | 10:57   Melden
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Michael Ullrich aus Korneuburg | 04.05.2016 | 13:44   Melden
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