11.10.2016, 08:00 Uhr

„Mehr Arbeitslose ins Parlament“

Walter Naderer, bisher für das „Team NÖ“ im Landtag, jetzt parteilos und in Zukunft Obmann-Stv. von der Düringerpartei GILT. Foto: ae

Walter Naderer aus Limberg ist der „Politprofi“ hinter Roland Düringer.

BEZIRK (ae). Im September hat der Schauspieler und Kabarettist Roland Düringer beim Innenministerium eine neue Partei mit dem Namen „Meine Stimme gilt“, Kurzbezeichnung „GILT“ angemeldet. Düringer möchte damit bei der nächsten Nationalratswahl antreten, möchte den etablierten Parteien Stimmen abnehmen und glaubt an den Einzug ins Parlament. Da er politisch unerfahren ist, hat er, wie er einer Tageszeitung erklärte, einen Politprofi als Obmann-Stellvertreter ins Boot geholt. Dabei handelt es sich um den Limberger Walter Naderer, der derzeit als parteifreier („wilder“) Abgeordneter im NÖ Landtag tätig ist.

Politische Erfahrung

Naderer hat tatsächlich umfassende politische Erfahrung: Zuerst als Wirtschaftsbund-Funktionär für die ÖVP tätig, war er dann Viertelskoordinator für das Team Stronach vor der NÖ Landtagswahl 2013. Nach dem Wahlerfolg für Stronach in Niederösterreich (rund 10 %) zog er für das Team Stronach in den Landtag ein, wechselte dann zum „Team NÖ“, das sich vom Team Stronach abgespalten hatte, trat später auch aus dem „Team NÖ“ aus und ist derzeit parteiloser Landtagsabgeordneter mit praktisch keiner Chance, nach der nächsten Wahl wieder einen Sitz in St. Pölten zu bekommen. Bei der neuen Partei GILT sieht Naderer bessere Zukunftsperspektiven, wie er den Bezirksblättern exklusiv erklärte. „Es gibt lauter angefressene Leute, die nicht wissen, was sie wählen sollen. Die wollen wir motivieren, uns ihre Stimme zu geben.“
Die künftigen Wähler sollen von GILT über die sozialen Medien erreicht werden und nicht, wie bei anderen Parteien üblich, über Inserate, Plakate und Fernsehsendungen. „Wir informieren in Facebook über die aktuellen Themen und wollen damit Stimmung für uns erzeugen.“
Befragt zum Parteiprogramm von GILT, sagt Naderer kurz und bündig: „Wer braucht ein Parteiprogramm? Es gibt das freie Mandat und Eigenverantwortung. Jeder, der für unsere Gruppe gewählt wird, kann im Nationalrat tun, was er für richtig hält.“
Einige Ideen, wie sich die Politik verbessern ließe, ließ Naderer aber doch anklingen: „Es gibt unter den Nationalratsabgeordneten zu viele Bauern und zu wenige Arbeitslose, das müsste den tatsächlichen Verhältnissen angepasst werden. Und außerdem sollten die Abgaben für die Krankenversicherung in Zukunft nach Körpergewicht berechnet werden, weil es viel zu viele Übergewichtige gibt.“ Ob letztere Forderung mehrheitsfähig ist, wird die Zukunft zeigen.
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