15.03.2016, 08:00 Uhr

Fernheizwärme aus dem Wald

In der Bezirkshauptstadt versorgt ein Hackschnitzel-Heizwerk mehr als 250 Haushalte.

(ae). Unser Wald wird nicht nur zur Holzgewinnung sondern auch zur umweltfreundlichen Wärmeerzeugung genutzt. Das größte Fernwärmeheizwerk im Bezirk, das EVN-Biomasseheizwerk in Hollabrunn, beliefert mehr als 250 Haushalte und fast alle öffentlichen Gebäude wie Schulen, Stadtsaal, Sporthalle, Studentenheim und Rathaus mit Wärme und spart damit rund 4.000 Tonnen CO pro Jahr gegenüber fossilen Energieträgern ein. In einem ersten Schritt wurden nach der Übernahme der seit 1998 bestehenden Anlage im Jahr 2011 die EVN-Fernwärmekunden, für die Wärme bis dahin aus Erdgas erzeugt wurde, an das Naturwärmenetz angeschlossen. In den Jahren 2012/13 wurde anlässlich der großen Straßenbauvorhaben in der Stadt auch gleich das Fernwärmenetz auf eine Länge von 5 Kilometern und von vor dem Ausbau 150 Nutzern auf mehr als 250 ausgebaut, und es ist noch Kapazität für weitere Anschlüsse vorhanden. Verheizt werden Hackschnitzel aus den heimischen Wäldern, also praktisch Abfallholz.

Energie aus der Region

„Rund 23.000 Schüttraummeter Hackschnitzel verbrauchen wir pro Jahr“, erklärt EVN-Anlagen-Betreuer Gerhard Maurer. „Und die kommen ausschließlich aus der Region, was eine zusätzliche Wertschöpfung darstellt.“
Zwei Biomassekessel mit je 2,5 MW Leistung verwandeln die Hackschnitzel in Wärmeenergie. Ihr Betrieb läuft von der Brennstoffzufuhr bis zur Ascheentleerung vollautomatisch und durch entsprechende Filtersysteme auch ohne Belastung der Luftgüte. Nur während der Sommermonate werden die beiden hausgroßen Kessel für Reinigungs- und Überholungsmaßnahmen abgeschaltet, dann übernimmt ein kleineres, privates Fernheizwerk in der Großgemeinde die Versorgung der Fernwärmekunden mit Warmwasser. Sonst läuft die Anlage meist mit hoher Auslastung.
„Am Morgen, wenn die Schulen und Amtsgebäude den Betrieb aufnehmen, wird sehr viel Wärmeenergie gebraucht“, sagt Gerhard Maurer, „und dann wieder gegen Abend, wenn die privaten Kunden nachhause kommen.“ In zwei, drei Jahren plant die EVN einen weiteren Ausbau des Fernwärme-Heizwerkes durch die Installation eines zusätzlichen Kessels, sodass dann noch wesentlich mehr Kunden an das Fernwärmenetz angeschlossen werden können. Was auch für die zahlreichen Hackschnitzellieferanten der Region erfreulich sein wird, weil dann auch der Verbrauch der Anlage weiter zunimmt.
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