24.06.2016, 19:02 Uhr

Auswirkungen des EU Austritts der Briten auf Österreichs Franken-Schuldner

Mag. Franz Kurzreiter, Vorstand der Sparkasse Horn-Ravelsbach-Kirchberg AG
HORN. "Am ersten Tag der Entscheidung ist es natürlich schwierig eine Prognose abzugeben", sagt Mag. Franz Kurzreiter, Vorstand der Sparkasse Horn-Ravelsbach-Kirchberg AG. "Die Reaktion auf den Märkten heute zeigt, dass es eher wahrscheinlich ist, dass der Franken noch stärker werden wird in nächster Zeit, weil er eben als sicherer Hafen gilt. Ähnlich bei Gold, die Wahrscheinlichkeit, dass der Goldpreis steigt, weil es eben ein sicherer Hafen ist, in Zeiten der Verunsicherung ist gegeben. Wie gesagt, es ist am ersten Tag eher schwer zu beurteilen. Gold ist gegenüber dem letzten Jahr um ca. 10 % gestiegen. Natürlich gehen heute auf den Aktienmärkten die Kurse zurück - aufgrund des Austrittes der Briten. Ob das in den nächsten Tagen und Wochen so weiter geht, kann man noch nicht sagen. Es kann durchaus auch sein, dass am ersten Tag eine gewisse Panikreaktion eingetreten ist, die sich aber in den nächsten Wochen und Monaten auch wieder vollkommen normalisiert. Vielleicht stehen die Kurse durchaus in zwei, drei Monaten sogar höher als heute. Der österreichische Leitindex ATX ist 6 % im Minus aktuell (das Interview fand heute um 11 Uhr statt). Das ist eigentlich angesichts dieses historischen Ereignisses durchaus im Rahmen. 6 % ist viel, aber an so einem Tag eigentlich relativ gesehen, wieder nicht so viel, wie man vielleicht befürchten hätte können." BB: "Also kein Blutbad an den Börsen, wie ein Wirtschaftsblatt plakativ titelte?" Mag. Franz Kurzreiter lächelnd: "Eine gewisse Verunsicherung aufgrund der neuen Situation, aber keine Situation, wo das Wort Blutbad zutreffen würde."
Österreichische Privathaushalte, aber auch Firmen, sind im Franken durchaus zahlreich verschuldet. Beim Franken gab es, wie zu erwarten, am Freitag nach Bekanntwerden des Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union, einen Höhenflug beim Franken. Die Schweizerische Nationalbank hat am Devisenmarkt eingegriffen, um den Kurs des Franken zu stabilisieren.
Schweizer Franken-Schuldner fühlen sich hilflos. Als sie sich damals, vor vielen Jahren, für den stabilen günstigen Schweizer Franken entschieden, schien das ein Supergeschäft zu sein. "Jetzt weiß ich nicht, wen ich fragen soll, was ich tatsächlich machen kann. Noch fünf Jahre abwarten und hoffen, dass sich der Kurs wieder normalisiert oder etwas verkaufen und den Schweizer Franken Kredit auszahlen", beschreibt uns eine Frau ihr Dilemma.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.