28.09.2016, 17:13 Uhr

BETRÜGERISCHE AUFSPERRDIENSTE

(Foto: fotolia)

Unseriöse Aufsperrdienste werben auf Google derzeit um nur 7 Euro für Türöffnungen.

Die Rechnung macht dann oft viele hundert Euro aus. Wer nicht zahlen will, wird bedroht. Täglich mehrere Fälle. Aufklärung ist notwendig.

Wien – Sie haben den Schlüssel verloren oder in der Wohnung liegen lassen und die Tür ist zugefallen. Ein Fall für den Aufsperrdienst. Die meisten Betroffenen googeln jetzt nach einer schnellen Lösung, stoßen auf Schnäppchenofferte und tappen in die Falle trickreicher Firmen aus dem Ausland. Die haben Wien als attraktiven Markt entdeckt und machen den Schaden für die Betroffenen meist noch deutlich größer. „Durch geschicktes Onlinemarketing platzieren sich die Unternehmen auch in den werbefreien Links vor unseren seriösen, österreichischen Mitgliedsbetrieben“, analysiert KommR Ing. Georg Senft als Innungsmeister der Metalltechniker Wien die Situation.

Bis 2.000 Euro für zugefallene Tür


Einer Kundin aus Wien, die eine Beschwerde an die WKW richtete, wurden mit fantasiereichen Positionen 1.685 Euro netto verrechnet (Kopie im Anhang). Ein seriöses Unternehmen hätte dafür einen Bruchteil verlangt. Darüber hinaus liegt die Vermutung nahe, dass diese Firmen Schlösser absichtlich beschädigen um sie dann überteuert ersetzen zu können.

Polizei machtlos


Nur weil eine Rechnung zu hoch ist, ist das kein Fall für die Polizei. Wohl aber sei laut Polizei-Pressestelle eine Drohung nach § 107 StGB eine Straftat. Wer jemanden gefährlich bedroht um ihn in Furcht und Unruhe zu versetzen, muss mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe rechnen. Nur diesbezüglich lange bei der Behörde in dem Zusammenhang so wenig ein, dass das dort noch kein Thema sei. „Vermutlich wollen die meisten eingeschüchterten Geschädigten nicht riskieren, dass Drohungen wahr gemacht werden und zahlen deshalb lieber die geforderten Summen um die Betrüger ehest wieder los zu werden“, meint Susanna Neuwirth von der Wiener Landesinnung für Metalltechnik. Sie betreut die Hotline des Kuratorium für Einbruchschutz und Objektsicherung (KEO) und erhält an manchen Tagen mehrere Beschwerden dieser Art. „Eine couragierte Kundin berichtete kürzlich, dass sie sofort die Polizei rief, worauf die Unternehmer die Flucht ergriffen“, weiß Neuwirth.

Checkliste - So kann man sich schützen



Achten Sie auf folgende Punkte:

im Internet die ersten Einträge ignorieren
seriöse Unternehmen bieten ab 70 Euro an 
auf KEO-Gütesiegel achten       
komplette österreichische Rechnungsadresse checken. Manchmal wird österreichische Adresse mit z.B. Straßenname ohne Hausnummer nur vorgetäuscht
es werden 20% MwSt verrechnet (nicht 19%)
keine 0800er-Nummer wählen
keinen Auftrag über deutsches Call-Center erteilen
keine Nummern von Pickerln im Stiegenhaus anrufen
keine Pfandgegenstände (z.B. Dokumente) mitgeben, wenn man nicht zahlen kann
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