28.06.2016, 17:55 Uhr

Bezirk: Nur mehr 70 Milchbauern!

Hannes Zeitelberger (38), einer der nur noch 70 Landwirte im Bezirk mit Milchviehhaltung.

Bauern: Top-Ware, schlechte Preise. Schwankende Börsenpreise, freie Marktwirtschaft - Bauern liefern gute Qualität, aber Preise sind im Keller

BEZIRK. Hannes Zeitelberger (38) ist der letzte Landwirt in Frauenhofen mit Kuhhaltung - 30 Milchkühe stehen in seinem Laufstall. "Das muss man sich bei dem Preis mehrfach überlegen", schmunzelt er, warum er das noch macht. Denn: "Der Milchpreis liegt derzeit bei uns bei 27 Cent", sagt er. Es gibt aber auch Gegenden in Österreich, wo nur 24, 25 Cent bezahlt werden. In Deutschland teilweise bei 20 Cent im Norden.

Rechnet sich das?

"Wenn man wieder investieren will, nicht. Es wird bei uns keiner einen Stall bauen, wenn man ihm erklärt, er wird sein Leben lang 30 Cent für den Liter Milch kriegen." Sein Hof ist ein Familienbetrieb, wo die Eltern mitarbeiten, seine Frau geht arbeiten und der Stall ist da (wurde vor über zehn Jahren gebaut). Wenn er Angestellte hätte, ginge das nicht.
Am Morgen Futter machen, ausmisten - und das zweimal täglich.
Getreide
"Die Getreidepreise sind eigentlich gerade auch unter Druck. Ein Überangebot ist da. Über unsere Preise bestimmen die Börsen. Das ist auch bei der Milch so. Im Export ist es schwierig (Russlandembargo) und China bringt das auch nicht, was man sich versprochen hat. Der Preis beim Ölkürbis ist noch einigermaßen gut. Man wünscht sich eigentlich, dass man von seinem Produkt leben kann, das ist momentan nicht der Fall. Die Stimmung ist gerade nicht sonderlich gut. Vor allem bei der Milchviehhaltung hat es Ängste gegeben, dass es nach Wegfall des Milchquotensystems ein Überangebot und einen Preisdruck geben wird - und genau das ist passiert. Durch unsere Kleinstrukturiertheit haben viele Betriebe in große Stallungen investiert - diese haben jetzt ein Problem (Kredite). Langfristig kann das nur funktionieren, wenn man Geld damit verdient. Der Strukturwandel wird sich im ganzen Bezirk weiter fortsetzen. Es gibt nur noch 70 Milchviehhalter. Die Zahl wird sich weiter reduzieren. Wir sind abhängig, dass derzeit der Konsument österreichische Produkte kauft."
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