07.07.2016, 09:17 Uhr

Haben Sie es gewusst? Die Gemeinde St.Bernhard-Frauenhofen wartet mit einer ganz besonderen Artenvielfalt der Flora und Fauna auf

In den ehemaligen Weingärten – Scharberg (im Katasterplan genannt „Hofgarten“) findet sich ein besonders Juwel.

Am Rand der Weingärten lebt die Osterluzeipflanze mit dem Osterluzeifalter in Symbiose.

Die Osterluzeipflanze ist eine botanische Besonderheit, da sie in ihren gelben Blüten kleine Fliegen fängt und sie so zur Bestäubung "zwingt". Außerdem ist sie eine „alte Heilpflanze“ die in der Naturheilkunde bereits wieder in Vergessenheit geraten ist. Sie fand ihre Anwendung in der Frauenheilkunde, ist allerdings in zu hoher Dosis giftig.

Der Osterluzeifalter, der sich an die Giftstoffe der Osterluzeipflanze angepasst hat, ist von ihr sogar völlig abhängig, weil die Raupen des Schmetterlings sich nur von dieser Pflanze ernähren. Da die Osterluzei nur mehr in der Steiermark, dem Burgenland, sowie vereinzelt noch im Osten von NÖ vorkommt, sollte es uns ein großes Anliegen sein, diesen außergewöhnlichen Naturschatz in unserer Gemeinde zu erhalten. Der gelb-schwarz-rote Osterluzeifalter wird bis zu 55 mm groß. Er schlüpft im Frühjahr und fliegt von Ende März bis Juni. Seine Eier legt er auf die Osterluzeipflanze. Die auffälligen Raupen mit orangem Pelz leben auf der Osterluzei und verwandeln sich nach etwa fünf Wochen in eine schlanke, gelb-graue Gürtelpuppe, die überwintert.

Der Osterluzeifalter ist in der Flora-Fauna-Habitat Richtlinie und somit in der NÖ Artenschutzverordnung gelistet. Der Osterluzeifalter gilt also als Tierart, die von besonderer wissenschaftlicher oder landeskundlicher Bedeutung für NÖ ist (§ 18 Abs. 2 Z 2 NÖ NSchG 2000 ) und in „Roten Listen“ geführt wird. Hier sind vor allem Arten angeführt, die in Österreich und der EU sehr selten sind, und hier in NÖ ihren Verbreitungsschwerpunkt oder bedeutende Populationsansteile haben. Danke an die Grundbesitzer, denen es ein Anliegen ist die Artenvielfalt zu erhalten und dabei zum Wohle der Tier- und Pflanzenwelt auf Herbizide verzichten.

Im Bereich des Pfarrhofes Strögens können wir eine weitere Besonderheit vermelden: Südöstlich unterhalb des Pfarrhofes Strögens in Richtung Taffatal finden sich „Sumpfwiesen“ in welcher der „schwarze Apollo“ seinen Lebensraum ungestört genießen kann.

Da dieser Schmetterling nur in naturbelassenen Lebensräumen vorkommt, ist er bereits sehr selten und auch in der oben genannten FFH Liste eingetragen. Er gilt in Österreich als vom Aussterben gefährdet.

Der Schwarze Apollo hat eine Flügelspannweite von 50 – 60 mm. Er fliegt von April bis August über blütenreiche Wiesen. Die Weibchen legen die Eier an der bereits verwelkten Futterpflanze ab. Die fertigen Raupen überwintern in den Eiern und sonnen sich im Frühjahr nach dem Schlupf oft auf den Pflanzen. Als Futterpflanze des Schwarzen Apollo ist der Lerchensporn angeführt, der in seiner Pracht hier gedeiht. Geben wir den Naturschätzen unserer Gemeinde die Möglichkeit auch weiterhin zu gedeihen.

Danke an zwei Biologen, die angeboten haben sich dieser Besonderheiten anzunehmen. Sie beobachten um Veränderungen zu erkennen und gegebenenfalls Verbesserungsvorschläge zu machen, damit sich auch unsere Kinder und Enkelkinder noch an diesen seltenen Tier- und Pflanzenarten erfreuen können.
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