04.09.2016, 11:58 Uhr

Im Jahre 1971 betrug der Anteil der Moslems in Österreich o,30 %, jetzt 6.75 % !

„HÖCHTL präsentiert neue STUDIE über strukturelle Veränderungen der Religionslandschaft in Österreich- Darstellung der IST-Situation 2016 :

Fünf WESENTLICHE Ergebnisse : 55% der österreichischen Bevölkerung haben eine gute Meinung von Papst Franziskus/KIRCHENBESUCH auf 7% am SONNTAG zurückgegangen/Katholikenanteil nur mehr 61%/stärkstes Wachstum für MOSLEMS auf 6,75%/
80% wollen Österreich als christlich-geprägtes Land und 56 % kritisieren das VERBOT der Empfängnisverhütungsmitteln

Der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für VÖLKERVERSTÄNDIGUNG und ausgebildeter Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Josef HÖCHTL präsentierte seine neueste umfassende Studie über markante strukturelle Veränderungen der Religionslandschaft in Österreich.

Er hob dabei insbesondere SECHS Themen hervor:

1) Papst Franziskus :

In den Argentinischen eh. Kardinal Jorge Mario Bergoglio und nunmehrigen Papst Franziskus setzten weite Teile weltweit große Hoffnungen und auch die positiven Kommentare in etlichen Medien haben diese Stimmung weiter forciert. Als erster Lateinamerikaner und erster Jesuit im Amt des Papstes brachte er einen völligen neuen Stil im Umgang mit den Menschen: freundlich - offen - zuhörend - barmherzig und nicht die strafende Karte zeigend: er ist tatsächlich zu einem Hoffnungsträger der katholischen Kirche - auch in Österreich - geworden. Schon die ersten repräsentativen Umfragen kamen zu einem beachtlichen Ergebnis: 20 % (als unteren Wert) bis über 30 % der Befragten gaben an, dass sich ihr Verhältnis zur katholischen Kirche seit dem Amtsantritt von Papst Franziskus verbessert hat!!!
Er genießt sehr hohes Vertrauen – sowohl in der Gemeinschaft der Katholiken als auch in der übrigen Bevölkerung Österreichs. 55% der österreichischen Bevölkerung haben eine gute Meinung von Papst Franziskus und nur 11% behaupten das Gegenteil.

2) KIRCHEN-Besuch:

z.B.: SONNTAGSMESSE- vor 25 Jahren waren es noch regelmäßig ca. 1,340.000 Personen, die außerhalb der großen Feste wie Ostern und Weihnachten die Sonntagsmesse besuchten, sind es derzeit nur mehr knapp über 600.000 sind (in Prozenten: 11,5 der Katholiken oder zwischen 7% und 8% der Gesamtbevölkerung).
Eine 2015-er IMAS-Untersuchung bestätigt, in der die repräsentativ befragte österreichische Bevölkerung direkt selbst kontaktiert worden ist, wie oft sie persönlich in die Kirche gehen. Dabei zeigte sich, dass in den letzten 42 Jahren der regelmäßige Kirchgang von 25% (im Jahre 1973) auf derzeit 7% (im Jahre 2015) zurückgegangen ist-ein weiteres Fünftel besucht die Kirche gelegentlich und 42% bleiben überhaupt der Kirche fern.

3) Was stört die Katholiken an ihrer Kirche?


In der öffentlichen Diskussion wird immer wieder der eine oder andere Kritikpunkt –meist bei entsprechenden konkreten Anlässen-erörtert und teilweise sehr vehement argumentiert. Deshalb ist es aufschlussreich zu wissen, was die Gesamtbevölkerung an kritischen Gedanken hat und welche dabei im Vordergrund stehen.
IMAS hat auch zu diesem Fragenkomplex eine andere derartige - sehr seltene - Untersuchung (mit einem Sample von 1.014 repräsentativ befragten Personen) gemacht: als die stärksten Punkte der Unzufriedenheit mit der katholischen Kirche sind von den österreichischen Katholiken genannt worden: 56 % das VERBOT der Empfängnisverhütungsmittel und 49 % das Festhalten am Pflichtzölibat . Die Prozentsätze sind fast ident mit der übrigen „nichtkatholischen“ Bevölkerung.


4) RÜCKGANG der KATHOLIKEN in Österreich

(Analyse der letzten 50 Jahre):Der Anteil an der Bevölkerung fiel (in Prozentsätzen) von über 93 % auf derzeit (2015): 61 % !!!!

Wenn ich die offiziellen Zahlen der kirchlichen Statistik der Analyse zugrunde lege – gab es einen Zuwachs der absoluten Zahl an Katholiken in den ersten 25 Jahren der 2. Republik von 1946 mit 5.975.703 bis zu einem absoluten Höhepunkt 1971 mit 7.031.498, um dann bis jetzt doch beträchtlich um über 1,7 Millionen auf 5.265.757 (vorläufige Gesamtzahl) für das Jahr 2014 abzunehmen (und das bei gleichzeitig steigender Bevölkerung: 1946 wies Österreich 7.000.003 Einwohner auf, 1971 7.491.526 Einwohner. Mit Beginn des 3. Quartals 2015 (erstellt von „Statistik Austria“ am 13.08.2015) sind nach den neuesten Erhebungen bereits 8.623.073 Personen in Österreich registriert.

5) Starkes Wachstum der islamischen Glaubensgemeinschaft:


Bei der Volkszählung 2001 ist die islamische Glaubensgemeinschaft das letzte Mal hinter den Evangelischen Kirchen gereiht gewesen und hat diese in den Jahren 2005/2006 bereits überflügelt. 309.173 evangelische Christen sind um fast 265.000 weniger als die 573.876 moslemischen Glaubensbekenntnisses.
Im Jahre 1971 betrug der Anteil der Moslems in Österreich o,30 %, jetzt 6.75 % !!!!

6) ABER: Die österreichische Bevölkerung tritt massiv für die Aufrechterhaltung der christlichen Prägung des Landes ein


Eine sehr wichtige Fragestellung ist die nach den zukünftigen religiösen WERTEPRÄGUNGEN des Landes: diese wurde mit der Fragestellung „Österreich ist ein christliches Land und sollte es auch bleiben ?“behandelt.
Dabei zeigte sich, dass sogar 80 %‚ also 4 von 5 Österreichern ihr Land derzeit als christliches Land betrachten und auch für die Zukunft fordern, dass es ein christliches Land bleiben solle. Nur 13 % der gesamten österreichischen Bevölkerung sind gegenteiliger Auffassung, während die restlichen 7 % keine Antwort geben.

Höchtl zu seiner Motivation für diese Arbeit: „Ich habe in der Wissenschaft und der Politik gelernt, dass nur aufgrund "objektivierter" Daten eine fundierte Diskussion möglich und sinnvoll ist - also keine Polemik oder Schönfärberei .
Dies ist mit dieser Arbeit meine Absicht : eine möglichst umfassende Darstellung der IST-Situation in Österreich -verfasst als gelernter Sozialwissenschaftler .“

Und auf die Frage der Dauer dieser Ergebnisse: „Ich hatte schon in vielen früheren Teilstudien über religiöse Bewegungen, aber auch über politische Entwicklungen aus geschichtlicher Erfahrung betont:
„Es gibt im sozialen Wandel nicht den Zustand der Bewegung in nur eine Richtung, das Gegenteil ist der Fall: Alles hängt von den jeweiligen Faktoren, Persönlichkeiten, Verhaltensweisen, menschlichen Intentionen etc., ab. Auch für die Entwicklung der katholischen Kirche (Gleiches gilt auch für andere Religionsgemeinschaften) heißt dies, dass keine soziale Entwicklung unabänderlich ist. Was allgemein für die Beschreibung unserer Gesellschaften oder deren Teilbereichen gilt, das gilt selbstverständlich auch für religiöse Bekenntnisse, für die Bereitschaft sich dafür zu engagieren, Mitglied zu sein etc.“
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