15.09.2016, 18:35 Uhr

Schandmaske für ehebrecherische Frauen oder Bäcker die zu kleine Brote machten!

Nadja Donner mit der Schandmaske (Foto: Krahuletz-Museum)

Krahuletzmuseum Eggenburg zeigt Schandmaske: Wurden so streitende Eggenburger bestraft?

GEGENBURG. Das Krahuletzmuseum Eggenburg zeigt ab sofort eine originale sogenannte Schandmaske. Das Objekt aus dem 16. oder 17. Jahrhundert ist eine Leihgabe der deutschen Letter – Stiftung, die sich der Bewahrung von Kulturerbe verschrieben hat. Die eiserne Maske soll nach Angaben sogar aus Eggenburg stammen.

Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit wurden für bestimmte Vergehen häufig „Ehren- oder Schandstrafen“ verhängt. Der Verurteilte wurde dem öffentlichen Spott preisgegeben, durch die Straßen geführt oder am Pranger zur Schau gestellt. Eine spezielle Form der Schandstrafe war auch das sogenannte „Bäckerschupfen“, bei dem Bäcker, die zu kleine Brote oder minderwertige, überteuerte Ware produzierten, in Käfigen ins Wasser oder gar Jauche getaucht wurden. Als Verschärfung konnte angeordnet werden, das die Verurteilten mit Schandmasken oder auch Schandgeigen herumgeführt werden sollten, wovon sich das Zeigen der „langen Nase“ ableitet.

Die an der Eggenburger Schandmaske angebrachten eisernen Hörner sollen wohl an die Teufeleien des Verurteilten erinnern, die aus dem Mund ragende Flöte oder lange Zunge ist vielleicht ein Zeichen von übler Nachrede. Es könnte aber auch eine Anspielung auf die Bestrafung von schlechten Musikanten oder nächtlichen – laut und falsch singenden - Störenfrieden sein. Nach alten Berichten wurden Schandstrafen auch ehebrecherischer oder streitender und nörgelnder Frauen mit derartigen Masken verschärft.

Öffnungszeiten:
Montag – Freitag: 9 – 17 Uhr
Samstag, Sonn- und Feiertag: 10 – 17 Uhr

www.krahuletzmuseum.at
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