27.04.2016, 12:14 Uhr

VIP-Lounge SV Horn: Diskussion mit Tarek Leitner, Thomas Kronsteiner, Christian Hanus und Heidrun Schlögl

(Foto: Schwameis)

„MÜSSEN UNSERE LEBENSUMGEBUNG WIEDER MEHR SCHÄTZEN“ (Leitner)

Unter dem Titel “O Heimat, dich zu lieben … Wieso glückliche und lebenswerte Orte wichtig sind” lud die WALDVIERTEL AKADEMIE gemeinsam mit ihren Partnern ORTE Architekturnetzwerk NÖ, Donau-Universität Krems, SV Horn, Leyrer+Graf, Sparkasse Horn, Shopping Horn und Stadtgemeinde Horn am 25. April 2016 zu einer sehr spannenden Diskussion mit bekannten Expertinnen und Epxerten in den VIP-Club des Regionalligisten.

SV Horn-Obmann Rudolf Laudon freute sich zu Beginn über die Gastveranstaltung der WALDVIERTEL AKADEMIE: “Wir sind ein offener Verein, die Verankerung in der Region ist uns aber ebenso sehr wichtig, deshalb sind wir für Abende wie heute auch sehr dankbar.”

Das Eingangsreferat des Abends hielt der bekannte ORF-Journalist Tarek Leitner, der mit seinen Büchern bereits “gegen die Verschandelung Österreichs” und zur “Schaffung von glücklichen Orten” aufgerufen hat. “Vieles, das sich in der Politik tut, sind unsichtbare Vorgänge, die sich auch wieder ändern können”, so Leitner, “was in Beton gegossen ist, verändert sich aber nicht, existiert weiter und bildet immer auch die Verfasstheit unserer Gesellschaft ab.” Leitner plädierte dafür, verantwortungsvoller mit Umwelt und Schönheit der Umgebung umzugehen. “Täglich werden über 20 Hektar verbaut, das kann so natürlich nicht weitergehen”, so Leitner, der auch die Entwicklung der Einfamilienhausgröße von rund 250 Quadratmeter Bruttonutzfläche im Jahr 2008 auf fast 300 im Jahr 2012 kritisierte: “Das zeigt, wie sehr wir uns als Einzelner ausbreiten wollen. Wir müssen die Schönheiten unserer Lebensumgebung wieder mehr schätzen lernen. Es trägt zu unserem Glück bei, wenn wir in einer für uns schönen Umgebung wohnen”, so Leitner abschließend.

Christian Hanus, Dekan der Fakultät für Bildung, Kunst und Architektur an der Donau-Universität Krems verglich danach seine persönliche Ankunft aus der Schweiz in der Wachau mit „einem Heimatfilm“: „Ich habe eine Landschaft gesehen, wie ich sie nur aus Büchern gekannt hatte“. Hanus zeigte danach auf, wie mit Projekten seines Institutes Revitalisierung von kleinen Städten und strukturschwachen Gemeinden voranging, machte dabei aber auch klar: „Man muss nicht nur die Bauwerke stützen, sondern auch die Strukturen dahinter.“

Mit Bauchkulturvermittlung beschäftigt sich das ORTE Arechitekturnetzwerk NÖ unter der Leitung von Heidrun Schlögl. Verkehr, Leerstände und vieles mehr zählen zu den Inhalten, die der Verein näher an die Bevölkerung bringen will. „Wir müssen auch einsehen, dass nicht auf jedes Problem in der Gesellschaft mit einem Bau zu antworten ist“, so Schlögl.

Thomas Kronsteiner, Shoppingcenter-Entwickler setzte in einem emotionalen Statement dann einen anderen Schwerpunkt: „Wir müssen zuerst unsere Gesellschaft in Ordnung bringen, dann können wir auch über Raumordnung sprechen. Denn ich bin überzeugt, dass wir – genauso wie der Handel – gegen die Wand fahren. Der Wohlstand geht zu Lasten von jemand anderen.“

In weiterer Folge entwickelte sich eine emotionale Diskussion auf dem Podium und mit dem Publikum zu den Themen Gesellschaft, Politik, Werte und Architektur. „Wir können Heimat definieren und uns dafür einsetzen“, so Kronsteiner abschließend, „letztendlich geht dies aber nur durch die Änderung in der Gesellschaft.“
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