01.07.2016, 05:40 Uhr

Bildungsdiskussion im REDpoint

"Es ist wichtig, dass alle Bildungseinrichtungen zusammenarbeiten"
Über kaum ein anderes Thema wird so viel und leidenschaftlich diskutiert wie über Bildung. Auf viele Herausforderungen unserer Zeit, scheint das Bildungssystem nicht mehr die richtigen Antworten parat zu haben.

Zur Bildungsdiskussion lud deshalb SPÖ NÖ Bildungssprecherin LAbg. Ilona Tröls-Holzweber vergangene Woche in den REDpoint St. Pölten.
Als Diskutanten kamen Robert Porod, MMBA, Bezirksvorsitzender des sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes Horn und Sebastian Cachée, BMHS-Landesschulsprecher. Moderiert wurde die Diskussion von Hermann Holzer-Söllner, einem international tätigen Personaltrainer.

„Wir leben im 21. Jahrhundert, argumentieren wie im 20. Jahrhundert und wenden Regeln des 19. Jahrhunderts an. Das derzeitige System muss mit allen Beteiligten kritisch hinterfragt werden, damit gemeinsame Lösungen gefunden werden“, regte Hermann Holzer-Söllner in seiner Einleitung die Diskussion an.

„Es ist wichtig, dass die Bildungseinrichtungen zusammenarbeiten. Bildung muss sich wie ein Bogen über den Lernweg eines Kindes spannen - vom Kindergarten angefangen bis zu den Schulen und zu lebenslangem Lernen. Das Modell Bildungscampus ermöglicht die optimale Umsetzung, denn dabei ist eine räumliche Nähe der beteiligten Schulen und Kindergärten ein Vorteil. Die Zusammenarbeit zwischen den PädagogInnen funktioniert auch über die Gemeinde- und Stadtgrenzen hinweg“, so Bildungssprecherin Ilona Tröls-Holzweber in ihrem Statement.

Jene in die Diskussion miteinzubeziehen, die wohl am direktesten Schule erleben und für die Schule letztendlich auch gemacht ist, ist unumgänglich. So ist BMHS-Landesschulsprecher Sebastian Cachée überzeugt: „Wir müssen die Diskussion ohne Tabus führen und SchülerInnen in den Diskussionsprozess einbinden. Die Schulautonomie in finanziellen, personellen und inhaltlichen Belangen ist ein Punkt, der gestärkt werden muss, damit individuellere Angebote geschaffen werden können.“

Robert Porod vom Wirtschaftsverband weiß wie wichtig lebenslanges Lernen ist, denn die Veränderungen in der Arbeitswelt – ob uns diese passen oder nicht – gibt es. Wichtig ist ihm deshalb die Aufwertung von Lehrberufen. Mit seinem Lehrlingsprojekt will Porod Lehrlingen beim Erreichen eines Lehrabschlusses unterstützen: „Von 60.000 jungen Menschen, die jährlich Österreichweit zur Gesellenprüfung antreten, fallen 11.000 durch. Der Punkt dabei ist, dass von den 11.000 nur knapp über die Hälfte noch einmal antreten und damit eine abgeschlossene Berufsausbildung haben. Rund 5.000 machen das nicht und gleiten in die Hilfsarbeitertätigkeit ab. Diesen eine zweite Chance anzubieten, ist mir ein großes Anliegen. Die Finanzierung dafür ist gesichert“, so Robert Porod.

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion klang der Abend zum Thema Bildung im REDpoint bei einem Imbiss und Getränken gemütlich aus.
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