16.04.2016, 18:50 Uhr

"Kindheit im Heiligen Land" - ubuntu-forum Imst zeigt Bilderwelten mitten aus dem Alltag des Kindseins

vlnr. Sabine Conquest, Leiterin des Berliner Büros der SOS-Kinderdörfer weltweit, der Fotograf Stephan Pramme, Gabriella Schatz, ubuntu Organisation Imst, Dr. Christian Honold , GF Hermann Gmeiner Akademie Innsbruck
IMST(alra). Ein besonders beeindruckendes Kunstprojekt der SOS-Kinderdörfer weltweit ist derzeit im ubuntu-Forum in Imst zu sehen. "Kindheit im heiligen Land" reflektiert zwei berührende Bilderwelten. Einerseits pure Lebensmomente, die von Kindern aus den Kinderdörfern in Rafah und Bethlehem im Gazastreifen und Westjordanland sowie in Israel eingefangen wurden und andererseits den feinfühligen Blickwinkel des Berliner Fotografen Stefan Pramme, der im Rahmen seines Aufenthaltes im palästinensichen Gebiet eine eindrückliche Porträtserie von zahlreichen Kindern aus diesen Kinderdörfern geschaffen hat.
Zur Vernissage in Imst reisten Sabine Conquest, die Leiterin des Berliner Büros der SOS-Kinderdörfer weltweit sowie Stephan Pramme an. Dr. Christian Honold , GF Hermann Gmeiner Akademie Innsbruck eröffnete gemeinsam mit Gabriella Schatz, ubuntu-Organisatorin Imst, die Veranstaltung, die musikalisch von Jonathan Flür und Josua Mayr an Geige und Klavier begleitet wurde. Unter den Gästen befand sich Michael Mattersberger, GF Imst Tourismus, auch er zeigte sich beeindruckt von der internationalen Ausstellung die nach Orten wie Berlin, München und Frankfurt nun auch in Imst, dem Geburtsort der weltumspannenden Idee SOS-Kinderdorf, Station macht.

Der weltweite Einsatz der Institution im Bemühen um das Recht der Kinder auf eine glückliche Kindheit, ungeachtet religiöser oder ethnischer Herkunft, gewährt immer wieder Einblicke auf die Hintergründe und Schicksale der jungen Menschen, die in den Kinderdörfern Schutz und Heimat finden. Doch was sind die Wünsche, Sehnsüchte und Träume von Kindern, deren Lebensumstände durch zahlreiche Krisen und Schwierigkeiten geprägt sind? Diese Fragestellung stand auch am Beginn des Kunstprojektes das von Dr. Kristin Prinzessin zu Hohenlohe-Oehringen (ehrenamtl. Botschafterin für SOS-Kinderdorf) kuratiert wurde. Der Ausstellungsinhalt sollte nicht einen Blick von außen reflektieren, sondern gemeinsam mit Kindern entstehen und sozusagen aus der Mitte ihres Lebens sprechen. Für die Umsetzung dieses Inhaltes wurde der Fotograf Stephan Pramme engagiert. Er bereiste zwischen 2011 und 2013 die SOS- Kinderdörfer in den ausgewählten Gebieten, um die Grundidee zu betreuen und zu entwickeln. Die Kinder erhielten Einwegkameras, um festzuhalten was sie bewegt, was ihrem Alltag Bedeutung verleiht. Pramme erweckte in den sechs- bis fünfzehnjährigen die Initiative, ohne sie durch Vorgaben zu beschränken. Die festgehaltenen Impressionen zeigen Familienmitglieder, Freunde, Momente des unbeschwerten Spielens, besondere Orte - eine frei gewählte Vielfalt von Einblicken, lebensbejahend zwischen Glück und Traurigkeit, Schmerz und Heilung. Bilder, die für die individuellen, feinsinnigen Bedürfnisse und Wahrnehmungen stehen, die den Kindheitsalltag Vorort bestimmen. Aus mehreren tausend Fotografien erfolgte eine behutsame und umfassende Auswahl, die auf Tapetenbahnen gedruckt wurde - die Wände im ubuntu-forum Imst sind durchgängig mit diesen Bahnen bezogen. Inmitten dieser imposanten Fülle an kindlicher Wahrnehmung, befinden sich in der Ausstellung die Porträts, die Stephan Pramme von den jungen Menschen machte. Von Stärke und Fragilität zugleich sind die Aufnahmen getragen - ohne zu inszenieren, ist es dem Fotografen gelungen behutsam festzuhalten, was für sich selbst sprechen darf - junge Persönlichkeiten zwischen den Spuren verletzter Kindheit und der hürdenreichen Entdeckung von unbeschwertem Kindsein. Stefan Pramme führte diese Aussagen mit dem hohen Anspruch der Portraitfotografie zu einem ehrlichen, kraftvollen und tiefen Moment zusammen. Ein weiterer Aspekt richtet sich auf die Biographien der Kinder, in kurzen, eindringlichen Texten wird auf einzelne Lebensgeschichten eingegangen.
Die unterschiedlichen Perspektiven bilden insgesamt einen intensiven Bogen, der sich um die Wahrnehmung beider Bilderwelten schließt. Die Galerieräumlichkeiten sind in ein begehbares Bild gehüllt, das eine greifbar, lebendige Erfahrung von authentischen Situationen ermöglicht, die zeigen was Kinder in ihrem Alltag bewegt und berührt.

Die Ausstellung im ubuntu-forum Imst ist bis 4. Juni zu sehen.
Öffnungszeiten: Freitag 17–19 Uhr, Samstag 10–12 Uhr
Führungen unter Tel. 0699-14041263.
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