10.05.2016, 16:57 Uhr

Vortrag: "Vom Sinn der Schwermut"

Wann? 25.05.2016 19:00 Uhr

Wo? Ubuntu, Pfarrgasse 7, 6460 Imst AT
Imst: Ubuntu | IMST. "Vom Sinn der Schwermut" – Vortrag und Diskussion zu einem umstrittenen Thema: 25. Mai 2016 um 19 Uhr im "Ubuntu" in Imst.

Schon in der Antike war die Schwermut oder die Melancholie ein umstrittenes Thema. Den einen war es der Ausweis einer besonderen Begabung, den anderen eine „schwarzgällige“ Krankheit. Doch zwischen Krankheit und Begabung wurde auch eine Haltung aufrecht erhalten, die die Schwermut und die Melancholie als positive Beunruhigung des Menschlichen sahen. „Die Schwermut ist etwas zu Schmerzliches, und sie reicht zu tief in die Wurzeln unseres menschlichen Daseins hinab, als dass wir sie den Psychiatern überlassen dürften“. Dieser Satz von Romano Guardini  zeigt, dass in und hinter dem Leiden ein „Mehr“ an Erkenntnis und Veränderungspotential zu finden ist.

Pfarrer Bernd Fetzer will Ihnen an diesem Abend zeigen, dass die Schwermut aus der Klammer der „Krankheit“ befreit werden kann, ohne ihr das Leiden zu nehmen.  Schwermut  hat nicht nur Sinn, sondern macht und schafft Sinn. Sie verändert und schärft den Blick auf das „Mehr“ der menschlichen Existenz. Es ist ein gefährliches Unternehmen, denn wer sich der Nichtplanbarkeit menschlichen Lebens dauerhaft aussetzt, wer diese nicht nur punktuell erlebt, um sich dann wieder der Gleichförmigkeit  der Konvention zu ergeben, wird den Schmerz als dauerhaften Wegbegleiter nicht mehr los.  Was bleibt, ist eine Beunruhigung, die sich durch nichts beruhigen  lässt.  Die Psychiatrie wendet sich in ihrer Sicht dem Schmerz zu, klassifiziert diesen mit einer Diagnose und versucht  Schmerz zu lindern und wieder Beruhigung herzustellen. Die Beunruhigung ist so zu einer zu behandelnden Krankheit geworden und nicht mehr produktiver Faktor im Prozess einer Störung allzu starrer Konventionen. Möglich ist eine solche Haltung an einem Ort, wo Schmerz, Leiden und Beunruhigung  nicht mehr grundsätzlich der „Krankheit“  zugeordnet werden, sondern  wo all dies auch Befreiung und Veränderung andeutet. Dass Romano Guardini im Raum der Kirche steht, ist eben kein Zufall,  sondern zeigt, dass dieser Boden fruchtbar ist. Auch Pfarrer Fetzer begreift dabei das Christliche nicht als Therapeutikum – wie dies viele theologische Arbeiten zu diesem Thema tun – sondern als grundsätzliche Haltung, die auch das Christsein selbst betrifft. Es entwickelt sich so eine Haltung, die prinzipiell damit rechnet, dass die schwermütige Unruhe auch wahrhaftig sein könnte.Dieser Abend soll auch zeigen, dass Lyrik und „die Beunruhigung des Herzens“ Geschwister sind. Aus einem Holz geschnitzt, weil auch Lyrik nach dem „Mehr“ des Menschen fragt. Texte und Gedichte der Autorinnen des „Wortraumes“ lassen dieses „Mehr“ hörbar und nachvollziehbar werden. „Wortraum“ und Pfarrer Fetzer erwarten Sie am 25. Mai. 2016 um 19 Uhr im "Ubuntu" in Imst. Sie sind schon jetzt herzlich eingeladen!
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