10.08.2016, 10:39 Uhr

Adolf Mark - ein Bewahrer der Tradition

Adolf Mark, vor kurzem achtzig geworden, ist ein Imster durch und durch. In vielfältiger Weise mit den Traditionen der Stadt verbunden, hat er sie durch rege und aktive Teilnahme auch mitgestaltet, mitgeformt und am Leben erhalten.
Sein beruflicher Werdegang ist rasch erzählt. Als Sohn des Frächters Karl Mark war schon früh klar, dass er in dessen Fußstapfen treten werde. Und als der Vater 1973 einem schweren Unfall zum Opfer fiel, wurde, was selbstverständlich war, zur Notwendigkeit: Adolf übernahm die Firma, zuerst als Witwenbetrieb, schließlich in Alleinverantwortung. Er war bekannt als gewissenhafter und verlässlicher Geschäftspartner, dem kein Auftrag zu klein war. Nicht umsonst gilt es heute noch als Merkmal der Qualität, wenn es heißt: „Der Mark kimmt!“
Der Ehe mit Waltraud entstammen drei Kinder: Gabi, Wolfgang und Angelika. Mittlerweile führt Sohn Wolfgang in dritter Generation die Frächterei.
Was den Menschen Adolf ausmacht, ist neben beruflichem Pflichtbewusstsein und ausgeprägtem Familiensinn seine vielfältige Tätigkeit für die Gemeinschaft, die er mit einer Selbstverständlichkeit erledigte, wie sie heute eher selten geworden ist.
Schon mit zwanzig wurde er Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, welcher er seit nunmehr sechzig Jahren angehört. Wer vermöchte die Zahl der Einsätze bei Tag und Nacht auch nur annähernd abzuschätzen, die er als Mitglied er sogenannten „Elefantengruppe“ absolviert hat. Auf privater Ebene war Adolf Mitbegründer einer Gruppe von begeisterten Bergwanderern, die sich den Namen „schwarze HG“ (Hochgebirgsgruppe) gab. „Schwarz“ diente dabei wohl als Hinweis darauf, dass man vereinsungebunden war und blieb. Im Laufe der Jahre hat Adolf exakt 118 Hütten erwandert. Und das Besondere daran: sein phänomenales Gedächtnis. Er kennt jeden Hüttenwirt nach wie vor persönlich (soweit sie noch im Einsatz sind), hat alle Details vor Augen, weiß um die Wege und die Gehzeiten. Er wäre mithin ein perfekter Bergführer.
Eine weitere Tiroler Tradition liegt Adolf Mark sehr am Herzen: das „Krippelebauen“. Da kam ihm sein großes handwerkliches Geschick zupass, das ihn im Lauf von vierzig Jahren mit einem Team von namhaften Imstern zum erfahrenen Kursleiter und Tippgeber machte. Es versteht sich von selbst, dass mehrere „Krippelen“ sein Haus zieren und auch an die Familie verteilt wurden.
Im Februar 1973 übernahm Adolf Mark eine wichtige Funktion im Imster Brauchtum von seinem Vater: Er wurde „Säckelmoaschter“ der Roller und Scheller, auch die Laggepaarlen nahm er unter seine Fittiche. Eine Bedingung freilich stellte der begeisterte Fasnachtler. Einmal noch wollte er selbst aktiv als Scheller in die Fasnacht gehen. Umsichtig, stets die überlieferte Tradition im Auge, mit großem Engagement, gleichzeitig ruhig und sachlich leitete er viele Fasnachten hindurch die zentrale Gruppe des Schemenlaufens. Das war ihm ein Herzensanliegen. Am „Kinigtag“ 2000 übergab er seine Position als „Säckelmoaschter“ an den Sohn Wolfgang. Mit seiner besonnenen Art hat Adolf Mark wesentlich dazu beigetragen, dass das Schemenlaufen eine „noble“ Fasnacht geblieben ist, wie sie sich der verstorbene, aber unvergessenen Obmann Josef Zangerle gewünscht hat.
2005 wurde Adolf Mark für seine vielfältige Tätigkeit das Tiroler Verdienstzeichen verliehen.
Aus dem Geschilderten mag der Eindruck entstehen, Adolf Mark wäre ein Vereinsmeier. Mitnichten! Er war und ist nie ein „Gschaftler“, ein rechthaberischer Mensch, der unbedingt die Linie vorgeben will. Die an sich unverzichtbare Struktur des Funktionärswesens hat ihn wenig interessiert. Ihm war die Sache wichtig, der Inhalt. Seine charakteristische Art ist das ruhige Gespräch, in welchem er ohne Großsprecherei seinen Standpunkt klarlegt. Was ihn – wie erwähnt - zudem auszeichnet, ist sein überragendes Gedächtnis, sein historisches Bewusstsein. Das hat ihn zum lebenden Lexikon gemacht, eine ehrende Bezeichnung. Man kann nämlich den Adolf immer zu Rate ziehen, man kann ihm Fragen der vielfältigsten Art stellen, er weiß so gut wie immer eine Antwort.
Nun ist Adolf Mark also achtzig Jahre alt. Es versteht sich von selbst, dass sich am Montag, dem 8. August, Vertreter der Fasnacht mit Obmann Uli Gstrein in die Schar der zahlreichen Gratulanten einreihten. "Alles Gute, Adolf, und danke für deinen Einsatz für unsere Tradition", so lautetet der Tenor der Gratulanten.
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