16.09.2016, 16:14 Uhr

Beeindruckende Sonderausstellung "Malen mit Licht - Der Photograph Heinrich Kühn" in Imst eröffnet

Andrea Schaller - Organisation Städt. Galerie Theodor von Hörmann, Markus Heltschl - Ausstellungskurator, Filmemacher, Sabine Schuchter - Leitung Museum im Ballhaus, StR Kulturreferent Christoph Stillebacher
IMST(alra). Einen großen Schatz aus der Geschichte der Fotografie präsentiert im Rahmen einer Sonderausstellung das Museum im Ballhaus in Imst und die Städtische Galerie Theodor von Hörmann mit der aktuellen Ausstellung "Der Photograph Heinrich Kühn - Malen mit Licht".


Markus Heltschl, Kurator der Ausstellung, begann vor drei Jahren einen Dokumentarfilm über Heinrich Kühn zu drehen und die Recherchen verschafften ihm Zugang zu Kühns Nachlass und unveröffentlichten Bildern und Negativen. Es gelang ihm in der Folge eine eindrückliche Schau zu konzipieren, die sich in der Städt. Galerie Theodor von Hörmann ausschließlich mit Arbeiten von Heinrich Kühn befasst, teils auch Fotografien die erstmals öffentlich präsentiert werden. Und das Museum im Ballhaus beherbergt eine Ausstellung mit exklusiven Originalwerken internationaler Künstlerfreunde und Zeitgenossen Kühns, zu denen unter anderem die legendären amerikanischen Fotografen Edward Steichen und Gertrude Käsebier zählten.

Heinrich Kühn, 1866 in Dresden geboren, erkor Tirol zu seiner Wahlheimat und bis heute zählt er zu den großen Wegbereitern der internationalen Kunstfotografie. Ende des 19. Jahrhunderts löste sich ein künstlerisch orientierter Bereich aus dem damals recht starren Bild der Fotografie - die Pictorialisten formierten sich und erweiterten den technischen Vorgang des Fotografierens um die künstlerischen Mittel des Ausdrucks, die sich verstärkt der Symbolik und dem Kreieren von Stimmungsbildern bedienten. Gemäldeartige Fotografien entstanden, ein Spiel mit Unschärfe und Nuancen rückte ins Zentrum der gestalterischen Möglichkeiten und überlegte Inszenierungen untermauerten den künstlerischen Ausdruck.

Kühn war ein Innovator, dessen Intention in der Fotografie weit über das Abbild des offensichtlichen hinausging. Vielmehr war er ein Meister der Komposition, der Inszenierung, der sich in seiner Arbeit vieler Regeln der Malerei in Perfektion bediente. In atmosphärisch verdichteten Szenen gelang es Kühn stets seine eigene Vision umzusetzen und gekonnt stilistisch auszureizen. Er verlieh den Bildern eine Leichtigkeit, die vom stets detailliert geplanten Vorlauf ablenkte und dem Anspruch der Kunst in ihrem Freisein entsprach.

Der Wissenschaftler und Fotograf Kühn war stets um eine Weiterentwicklung der technischen Möglichkeiten in der Fotografie bemüht. Als 1907 von den Brüdern Lumiere mittels Autochrome-Platten erstmals die Möglichkeit entstand, ein farbiges Diapositiv mit einer einzigen Aufnahme zu erzeugen, lag es nahe, dass Kühn begann dieses Verfahren ständig zu vervollkommnen.
Seine einzigartigen Fähigkeiten verhalfen den Fotografien zu besonderer Strahlkraft, Farbqualität und intensiver Nuancenvielfalt - nicht zuletzt gilt Heinrich Kühn als "Weltmeister" seines Fachs, als wohl bester Autochrome-Fotograf der Welt.

Seine Kontakte zu anderen Fotografen waren international und zur schillernden Runde zählten etwa der amerikanische Fotograf und Galerist Alfred Stieglitz, Edward Steichen , Gertrude Käsebier, Hugo Henneberg und Hans Watzek. Gemeinsame Reisen und Arbeitsphasen bündelten die innovativen Kräfte und so konnten Technik und Kunst gleichermaßen kraftvoll ausgetauscht und vorangetrieben werden. Ein eindrückliches Bild dieser Vernetzungen wird durch die Exponate im Museum im Ballhaus sichtbar.

Markus Heltschl vermittelte zur Ausstellungseröffnung am 15.September einen umfassenden, sehr spannenden und lebendigen Einblick in das Leben und die Arbeiten Heinrich Kühns. Sein Dokumentarfilm "Das bedrohte Paradies - Der Photograph Heinrich Kühn", der am 16.9.2016 im FMZ Kino als Oberland Premiere gezeigt wird, ist als Kurzfassung während der Ausstellungsdauer im Museum im Ballhaus zu sehen. Die Begrüßung der Vernissagegäste erfolgte durch StR Kulturreferent Christoph Stillebacher, der sich besonders darüber freute, dass eine gemeinsame Ausstellung im Museum im Ballhaus und in der Städt. Galerie Theodor von Hörmann möglich war - sein Dank ging an die Verantwortlichen der beiden Kunst- und Kulturschauplätze, Sabine Schuchter und Andrea Schaller sowie an Ausstellungskurator Markus Heltschl und die Enkel Heinrich Kühns, Dr. Diether Schönitzer und Christine Lammer-Kühn.

Dem intensiven Kunsterlebnis wurde auch musikalisch besonders eindrücklich mit dem Stephan Costa Duo entsprochen. Mit Stephan Costa am Klavier und Gösta Müller am Kontrabass hielt die große Kunst des Jazz mit wunderbaren Stücken von John Scofield bis Ron McClure Einzug in die Galerie. Stephan Costa schaffte zudem noch anschaulich verbindende Überleitungen zwischen Musik und Ausstellung.

Heinrich Kühns Werke sind rund um den Globus vertreten und was Kunst - und Kulturinteressierten in Imst aktuell zugänglich gemacht wird, begeistert weltweit in Form verschiedener Exponate auch im Metropolitan Museum in New York, Paul Getty Museum in Los Angeles oder im Musee d´Orsay in Paris.

Ausstellungsdauer: 15.09. - 12.11.2016
Ausstellungsorte: Museum im Ballhaus, Ballgasse 1 + Städtische Galerie Theodor von Hörmann, Stadtplatz 11. Öffnungszeiten: Di, Do, Fr, Sa 14 - 18 Uhr. Ausgenommen:
Sa 1.10. 18 - 01 Uhr (ORF Lange Nacht der Museen)

Eintritt: Kombiticket € 3,--. Mit diesem Ticket können die Ausstellungen im Museum im Ballhaus (+ Kurzfilmvorführung) und in der Städtischen Galerie Theodor von Hörmann auch zeitversetzt besucht werden.

Vernissage: Donnerstag, 15.09.2016, 19 Uhr, Städtische Galerie Theodor von Hörmann

Rahmenprogramm:
Zu den Ausstellungen in beiden Häusern wird ein ergänzendes Rahmenprogramm geboten.
Kinofilm zur Ausstellung:
Fr 16.09., 19 Uhr, FMZ Kino Imst, Oberland-Premiere des Films von Markus Heltschl „Das bedrohte Paradies - Der Photograph Heinrich Kühn“. Eintritt frei. Anmeldung - Karten/Reservierung: Tel. 43 (0)664 606 98 205, kultur@imst.gv.at
Oberland-Filmpremiere in Kooperation mit:
Kurz-/Filmvorführung (25 Min.) während der gesamten Ausstellungsdauer im Museum im Ballhaus. Die Lang-/Kinofassung des Films (ca. 90 Min.) ist als DVD im Museumshop erhältlich.
Vortrag/Führungen mit Dr. Diether Schönitzer:
Fr 14.10., 19 Uhr, Vortrag, Museum im Ballhaus
Fr 21.10. und Fr 11.11., 16 Uhr, Führung

ORF Lange Nacht der Museen in Imst/Tarrenz:
Sa 1.10., 18 - 01 Uhr: Haus der Fasnacht, Museum im Ballhaus, Städtische Galerie Theodor von Hörmann, die bäuerliche Gerätesammlung der LLA/Landeslehranstalt, Starkenberger Biermythos und Knappenwelt Gurgltal stellen die heurige „Lange Nacht“ unter das gemeinsame Motto „Licht“ - langenacht.orf.at
Informationen zur Ausstellung:
Museum im Ballhaus
Mag. Sabine Schuchter, Tel. +43 (0)5412 649 27
ballhaus.imst@cni.at
Städtische Galerie Theodor von Hörmann
Andrea Schaller, Tel. +43 (0)664 606 98 205
kultur@imst.gv.at
www.kultur-imst.at
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