17.08.2016, 15:54 Uhr

Der kleine Bauer bangt um seine Zukunft

SILZ (ps). Dass sich der kleine Bauer keine Sorgen um seine gesicherte Existenz machen muß, stimmt spätestens seit Reduzierung der EU-Förderungen im kleinlandwirtschaftlichen Raum nicht mehr, so der gemeinsame Tenor beim landwirtschaftlichen Sommergespräch in Silz. Die Landwirte müssen umdenken. Tiefstpreis bei Milch, notwendige Anschaffungen und Erhaltungskosten am Betrieb, niedriger Fleischpreis, all das sind die Folgen der einseitigen Milch-Landwirtschaft in Tirol. "Wir Bauern im Oberland müssen den Spagat schaffen zwischen Nebenerwerb und Haupterwerb," erzählt Grüner aus eigener Erfahrung. Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter, Kammerpräsident Josef Hechenberger, Kammeramtsdirektor Ferdinand Grüner, sowie LH-Vize und Bauernbund-Obmann Josef Geisler stellten sich beim traditionellen Sommergespräch den Anliegen der Bauern. Diesmal fand das Treffen landwirtschaftlicher Schwergewichte in Silz am Hof des designierten Kammeramtsdirektors Ferdinand Grüner statt. "Wer sich abseits der Milchkuhhaltung bewegt, ist vielleicht ein Individualist, aber dem Finder einer Marktlücke gehört auch in der Landwirtschaft die sichere finanzielle Zukunft" will Ferdinand Grüner die Bauern auf Alternativen aufmersam machen. So hat man in der jüngsten Vergangenheit von Kleinbetrieben gehört, die sich auf Hühner oder Ziegen spezialisiert haben und erfolgreich gewachsen sind. Auch der Umstieg von Milchvieh auf Schaf- oder Schweinezucht hat sich als Erfolgsmodell erwiesen. Ein wichtiges Kriterium dabei sei, die Regionalität bei der Vermarktung mit einfließen zu lassen. "Denn neben Topqualität verlangt der heimische Konsument immer mehr nach regionalen Produkten. Man will wieder wissen, was man isst und wo es herkommt," teilte Rupprechter mit. "Der Erhalt jedes noch so kleinen Betriebes ist uns ein Anliegen, schließlich ist die geleistete Arbeit für das Landschaftsbild unersetzbar", meinte Kammerpräsident Hechenberger. Weiters sieht er die Wertschätzung des erarbeiteten Produktes und die damit steigende Motivation als Schwerpunkt in der Zukunft. Er legt sein Hauptaugenmerk auf die nachkommende Generation. "Die Jungend muß wieder gerne Bauer sein wollen, wir müssen ihnen das ermöglichen", so Hechenberger abschließend.
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