10.06.2016, 17:43 Uhr

Der Maler KOTO - Claus Koch-Tomelic gewährt tiefe "Einblicke" - eindrucksvolle Ausstellung in der lehn7. galerie in Imst

KOTO Claus Koch-Tomelic vor zwei Arbeiten aus der Bildserie "Un ballo in maschera"
IMST(alra). Die lehn7.galerie in Imst öffnete sich für ein Wochenende vom 9. - 12. Juni für eine besonders beeindruckende Ausstellung. Die Galerieinhaberin Klaudia Scheiber-Trenkwalder, die alljährlich eine kleine aber feine Programmauswahl aus Kunst und Kultur bietet, hatte den Künstler Claus Koch-Tomelic eingeladen, die weitläufigen Räumlichkeiten in der Imster Lehngasse zu bereichern und "Einblicke" zu gewähren.

Claus Koch-Tomelic ist 1974 geboren und lebt und arbeitet in Biberwier. Kurze Ausflüge in die Studienzweige Architektur und Kunstgeschichte und eine Ausbildung zum Vergolder und Schilderhersteller an der Schnitzschule Elbigenalp sind Stationen auf dem künstlerischen Weg, der seit einigen Jahren letztendlich in der Malerei mündet. In großformatigen Arbeiten in einer Technik Acryl auf Sperrholz mit einem Überzug aus Kunstharz findet KOTO seinen bevorzugten Ausdruck, aber auch auf die Monotypie, Hinterglasmalerei und den Digitaldruck greift er zu.
Thematisch lässt sich der ruhige und zurückhaltende Künstler intensiv auf die Auseinandersetzung mit dem Thema Mensch, vorzugsweise der Darstellung von Frauen ein, welche er in Serien erarbeitet.

Klaudia Scheiber-Trenkwalder erläuterte in ihrer Begrüßung, dass sie während der KUNSTSTRASSE IMST 2015 auf KOTO aufmerksam wurde, als seine Bildserie "warum..." für viel Eindruck und großes Aufsehen sorgte. Weinende Frauen unterschiedlicher ethnischer Herkunft waren auf den Bildern mit harzverspiegelter Oberfläche weithin durch die Schaufenster in der Kramergasse sichtbar und tief bewegender Ausdruck dafür, dass Gewalt in jeglicher Form, sowohl physisch als auch psychisch durch nichts und niemanden legitimiert werden darf.

In der lehn.7 galerie war ein Schaffensquerschnitt des Künstlers aus den letzten Jahren zu sehen. Eine neue Serie aus 2016 dominierte die Ausstellung - sie nennt sich "Un ballo in maschera" und zeigt Frauenporträts, imposant in Ausdruck und Tiefe, verstärkt durch die großen Formate. "Legen wir unsere Masken ab und zeigen wir unser wahres Gesicht" lautet der Untertitel zu den Gesichtern, deren starke Mimik und Haltung intensiv auf den Betrachter wirken. Den in Bildern gefassten Persönlichkeiten und ihren geheimnisvoll wirkenden unerzählten Geschichten kann man sich kaum entziehen und aus unterschiedlichen Perspektiven erwachsen neue Wahrnehmungen und Details. Ein Großteil der Acryl/Harzbilder ist in einer Collagetechnik mit alten Zeitschriften gearbeitet, die sich erst aus der Nähe als solche definieren. Es handelt sich um einen Fundus von Ausgaben des katholischen Blattes "Der Prediger und Katechet", den KOTO Stück für Stück in die Darstellung von Gesichtszügen und Körperlinien einarbeitete. Spannungsvoll entsteht dadurch eine weitere Ebene, die sich als Bild im Bild entdecken lässt.

Neben diesen gedruckten Worten als Element der Bildsprache befanden sich auch eigene Gedichte des Künstlers in der Ausstellung, die neben dem bemerkenswert tiefgründigen Maler Claus Koch-Tomelic und seine ausdrucksstarken Arbeiten auch Eindruck auf den wortgewandten Sprachkünstler gewährten.

FÜR KURZENTSCHLOSSENE:
Ausstellungstermine: Freitag 10.6.2016 17-20 Uhr
Samstag 11.6.2016 17-20 Uhr
Sonntag 12.6.2016 14-18 Uhr

lehn7. galerie 6460 Imst, Lehngasse 7
Künstlerkontakt: www.clauskoto.com
1
Einem Mitglied gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.