03.08.2016, 13:23 Uhr

Goldener Tropfen aus überlieferter Gerste

Ein Perfektionist wenn es um edle Tröpfchen geht, Gerhard Maass aus Prutz. (Foto: Foto: Frits Meyst/Adventure4ever.com)

Verbaler Vorgeschmack auf eine heimische Spezialität: Nach dem Motto "was die Schotten können, das können die Oberländer schon lange" wird aus heimischen Getreide Whiskey gebrannt.

Die erste Ausbeute des Oberländer Whiskey lagert seit vergangenem Jahr im Eichenfass. Erst in zehn Jahren wird man wissen, ob sich die im Bezirk Imst und Landeck angebaute Fisser Gerste, auch „Flatschgerste“ genannt, zum Whiskey brennen eignet und wie gut sie schmeckt.
Zur Vorgeschichte: Die einst sehr beliebte und weit verbreitete Fisser Gerste glaubte man als verschollen, bis ein Restbestand auf einem Bauernhof auftauchte. Vermehrungsversuche funktionierten allerdings nicht mehr, weil die Gerste nicht mehr keimfähig war. So glaubte man, sie sei für die Nachwelt nicht erhalten geblieben. Christian Sturm, ein Bauer aus Tösens und Gerhard Maass aus Prutz wollten nicht aufgeben und fanden schließlich die Fisser Gerste in der Gendatenbank des Landes Tirol. Christian Partl gab den Landwirten wenige Körner zur Vermehrung mit auf den Weg. Der Start war erfolgreich und von Jahr zu Jahr wurden mehr Bauern aus den Bezirken Imst und Landeck in das Projekt involviert. Obwohl der Hektar-Ertrag geringer ist als bei hochgezüchteten Sorten, wollten diese alte Sorte immer mehr Landwirte wieder anbauen. So kam es, wie es kommen musste, das besondere Erntegut bekam auch bald eine besondere Verwendung. Die Zillertal-Brauerei interessierte sich für dieses Produkt und der Braumeister erwärmte sich für die besonderen Eigenschaften der Gerste. So wurde aus der "Flatschgerste" der erste Sud produziert und bald darauf das erste Bier verkostet. Bauern aus dem Ötztal, Haiming, Zams bis hinauf nach Prutz bauen nun Jahr für Jahr die Fisser Gerste an. Gerhard Maass, Besitzer der größten zusammenhängenden Marillenbaum-Plantage in den Alpen, hat angefangen in seiner Distellerie in Prutz zu experimentieren. Herausgekommen ist ein Oberländer Whiskey, der als Höhepunkt der Fisser Gerste gilt. Projektleiter und Koordinator Martin Schöpf ist stolz auf den eisernen Willen der Tiroler Bauern, welche die anfängliche Skepsis ignoriert haben und ihre Vision verfolgten. Die verschiedensten Produktideen aus der Fisser Gerste werden noch viel Aufsehen erregen und mehr Bekanntheit auf dem heimischen Markt erlangen.
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