03.06.2016, 09:58 Uhr

Pfurtscheller: „Flüchtlinge können sich in ländlicher Struktur schneller integrieren als in großen Städten“

Kürzlich besuchte NRin Liesi Pfurtscheller gemeinsam mit LA Bgm. Stefan Weirather und GRin Brigitte Flür das Flüchtlingsheim Sonneninsel in Imst. „Dort werden derzeit 160 Personen betreut. Insgesamt sind die drei dort ansässigen Mitarbeiterinnen aber für 204 Flüchtlinge zuständig“, weiß Menschenrechtssprecherin Pfurtscheller.
Das Flüchtlingsheim Sonneninsel in Imst besteht aus zwei Häusern, in welchen 76 und 84 Flüchtlinge untergebracht sind. „Derzeit befinden sich dort 14 Nationalitäten und sechs Familien“, weiß NRin Pfurtscheller. „Neben diesen 160 Flüchtlingen betreuen die drei Damen vor Ort aber auch noch 33 Flüchtlinge im Kloster sowie zehn in der Kramergasse in Imst und elf Flüchtlinge in Tarrenz, also insgesamt 204 Flüchtlinge“, so Pfurtscheller weiter. „An dieser Stelle möchte ich der Stadt Imst, ihrem Bürgermeister, aber auch der Bevölkerung einen großen Dank aussprechen, dass sie große Solidarität vorleben und möglichst viele Flüchtlinge aufgenommen haben“, und weiter: „Die Stadt Imst ist hier sicher ein großes Vorbild, an dem sich noch mehrere Städte und Gemeinden ein Beispiel nehmen könnten“, appelliert Pfurtscheller. „Bei uns in Imst funktioniert das Zusammenleben mit den Flüchtlingen wirklich gut“, so Landtagsabgeordneter und Bgm. Stefan Weirather: „Ein wesentlicher Grund dafür ist der große Einsatz von vielen Freiwilligen, aber auch die Einrichtung unseres Integrationsbüros, das sicher eine wichtige Drehscheibe in der Flüchtlings- und Integrationshilfe ist.“ In dieselbe Kerbe schlägt Integrationsobfrau Gitti Flür: „Integration ist mir ein Herzensanliegen. Wir sind dafür verantwortlich, dass alle Menschen in Imst gut leben können. Das schaffen wir nur, wenn wir uns alle gegenseitig akzeptieren.“
Integration am Land
„Es ist sehr auffällig, wie schnell und gut die Integration von Flüchtlingen in Städten und Gemeinden am Land funktioniert“, freut sich NRin Liesi Pfurtscheller. „Diese Menschen, die in kleinen aber auch größeren Gruppen in den Gemeinden aufgenommen werden, werden von der Bevölkerung sehr schnell akzeptiert und integriert. Ein großes Dankeschön möchte ich hier an die vielen freiwilligen und sehr engagierten Helfer im Bezirk Imst richten“, so Pfurtscheller. „Anders ist das in größeren Städten wie Innsbruck und Wien – erstens gibt es dort viel mehr Asylwerber, wodurch die Gefahr von Ghettobildungen besteht, und zweitens ist man in einer großen Stadt schon als Einheimischer viel anonymer. Man kennt sich dort nicht untereinander, was eine Integration von Flüchtlingen viel schwerer macht.“
Residenzpflicht sollte diskutiert werden
Deshalb kann Pfurtscheller der derzeit diskutierten Residenzpflicht für Flüchtlinge einiges abgewinnen: „Flüchtlinge müssten bei Einführung der Residenzpflicht in der Region bleiben, welcher sie zugewiesen worden sind. Was einerseits für die Flüchtlinge selber eine große Chance wäre – hauptsächlich in Bezug auf Integration, Akzeptanz und Arbeitsplätze, vor allem in tourismusintensiven Regionen wie im Tiroler Oberland, andererseits aber auch für den ländlichen Raum eine Chance wäre, um beispielsweise langfristig wichtige Infrastruktur aufrecht zu erhalten, aber auch um den Arbeitsmarkt zu beleben“, ist Pfurtscheller überzeugt. „Die eventuelle Einführung der Residenzpflicht muss allerdings noch ausdiskutiert und die menschenrechtlichen Aspekte berücksichtigt werden.“
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