20.03.2016, 14:00 Uhr

Sechs Saiten - eine Leidenschaft

Ein Leben für die Musik: Harald Schiefer rockt nicht nur die Gitarre, sondern baut diese selbst.

SILZ (sz). Ein ungewöhnliches und ebenso faszinierendes Hobby betreibt Harald Schiefer aus Silz. Eigenregie wird bei dieser Tätigkeit großgeschrieben, denn er ist nicht nur ein Vollblut-Musiker der auf einen guten Sound und Präzision beim spielen großen Wert legt, sondern baut sich sein Instrument gleich selbst.

Passion
"Ich habe mich immer schon für die Bauweisen von Gitarren interessiert", meint Schiefer, "aber angefangen hat alles eigentlich damit, dass jene Gitarre, die ich mein Eigen nennen wollte, auf dem Markt zu diesem Zeitpunkt sehr rar war - also hab ich mir kurzerhand einfach selbst eine gebaut", erzählt der Musiker.

Autodidakt
Mit Videos und Bauanleitungen aus dem Internet hat sich der Silzer alles komplett in Eigenregie beigebracht. Eine Gitarre, Marke Schiefer, wurde bereits gefertigt und selbstverständlich auch eifrig bei der seiner Band "Textilfabrik" angespielt, zwei weitere sind bereits in Arbeit. "Bei diesem Hobby ist vor allem äußerste Präzision gefragt, das ist das Um und Auf", weiß der gelernte Karosseriebautechniker. Rund 200 Arbeitsstunden investiert Schiefer in den Bau einer einzigen, aber dafür einzigartigen, Gitarre. Die Materialkosten liegen zwischen 600 und 800 Euro. Das Schöne daran: "Wenn man sich ein Instrument selbst baut, sind die Möglichkeiten schier unendlich - angefangen bei der Wahl des Holzes, der Tonabnehmer u.s.w.", so der bekennende AC/DC-Fan, dessen erstes Meisterwerk, wie könnte es anders sein, der Gitarre von Angus Young nachempfunden ist.

Viele Schritte bis zum Ziel
Bis man aber die eigene Klampfe anstimmen kann sind zahlreiche Arbeitsschritte notwendig. Alles beginnt mit einem Plan. Schiefer: "Für viele Gitarren findet man die Konstruktionspläne im Internet - aber natürlich kann man seine eigenen Ideen einbringen und selbst entwerfen." Bevor dann die eigentliche Arbeit beginnt muss natürlich für das richtige Material gesorgt werden. "Bei E-Gitarren ist es wichtig, dass man ein hartes, stabiles Holz verwendet. Ahorn, Mahagoni und ähnliche Holzarten sind hier üblich. Die Holzbeschaffenheit spielt bei elektrischen Gitarren nicht wirklich eine Rolle."

"Ready to rock"
Jetzt wird gehobelt, gefräst und geschnitten: Zuerst der Korpus, dann die benötigten Öffnungen und Schächte, wo später die Elektronik Platz findet. Hat man dies erledigt, geht es an den Hals. Das Griffbrett wird aber in einem eigenen Schritt hergestellt. Nachdem dann auch sozusagen das "Fingerbrett" der Gitarre und der Hals mit dem Korpus verbunden sind, wird geschliffen und abermals geschliffen - eben so lange, bis alles präzise, rund und gleichmäßig bis zur Perfektion verarbeitet wurde. Abschließend bekommt das Custom-Instrument einen Farbton verpasst, wird geölt, lackiert und die Elektronik verbaut bevor es dann heißt: "Ready to rock". Das Resultat kann sich mehr als sehen lassen! Anfragen hat der junge Silzer schon viele bekommen, aber: "Es ist mein Hobby, meine Passion und das soll es auch bleiben", verwirft Schiefer die Ambitionen die Leidenschaft zum Beruf zu machen. Zwei E-Gitarren stehen noch an, dann will er sich dem Thema "Akustik" intensiv widmen und freut sich bereits auf die bevorstehende Herausforderung.
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