24.06.2016, 00:00 Uhr

Warum eine Zwei-Klassen-Gesellschaft?

Der TTV-Präsident und Sölder Hotelier Josef Falkner spricht im BB-Interview über die Raumordnungsnovelle, Steuerreform und die (künftige) Rolle des Bauernstandes.

Ein Wort zur Steuerreform?

Die Steuer-Reform wäre wichtig gewesen, aber weder die versprochene Verwaltungsreform, noch eine echte Steuerreform ist für mich sichtbar. Die Steuerlast ist für Unternehmer enorm,, wichtige Aspekte wie die Betriebsnachfolge wurden erschwert, was nicht selten die Schließung eines Betriebes zur Folge hat.

Was bedeutet das für sie konkret als Unternehmer?
Die Rahmenbedingungen sind für uns Unternehmer insgesamt wesentlich schlechter geworden. Die Auswirkungen der Reform sind insgesamt verheerend. Eine Führungskraft in unserem Unternehmen ist weit über die Hälfte ihrer Arbeitszeit nur mit Bürokratie beschäftigt.

Die Novelle zur Tiroler Raumordnung sehen sie kritisch. Warum?
Die Raumordnung soll Entwicklungen zulassen und muss natürlich von Zeit zu Zeit modifiziert werden. Der aktuelle Entwurf provoziert aber eine Zwei-Klassen-Gesellschaft, denn es kann ja wohl nicht sein, dass man auf einem Bauernhof einen Zweitwohnsitz vermieten darf, ohne die üblichen Abgaben, die ein jeder Zimmervermieter zu leisten hat. Das widerspricht schlicht dem Gleichheitsgrundsatz.

Was muss man da ändern?
Die Klausel des Zweitwohnsitzes gehört gestrichen. Einige Dinge der Novelle sind aber auch durchaus zu begrüßen.

Der Bauernstand in Tirol hat kein leichtes Leben, warum sollte man den Bauern nicht auf diese Weise helfen?
Die Bauern werden von mir hoch geschätzt, ich betreibe selbst eine kleine Landwirtschaft. Aber die Unterstützung muss auf anderen Ebenen stattfinden, auch natürlich über die EU-Schienen. Zudem muss die Produktentwicklung forciert werden und nicht mit fraglichen Mitteln eine Überproduktion. Viele Fehlentwicklungen haben zum status quo geführt.

Wo soll der Bauer seine Entwicklungsmöglichkeiten suchen?
Der Bauer braucht Unterstützung und ist natürlich auch als Landschaftspfleger unersetzlich. Der Tourismus ist aber sicher nicht imstande, diese Landschaftspflege zu finanzieren. Trotzdem muss darüber nachgedacht werden, wie man eine Lösung findet, die Ökologie, Wirtschaftlichkeit und die Erhaltung unserer Lebensräume unter einen Hut bringen.
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