Gesichtsschmerzen und Druckgefühl

Stirnhöhlen schmerzen (Foto: Foto: istock photo)
Gefährliche Erkrankung im Winter: Nasennebenhöhlenentzündung

Jedes Jahr zur kalten Jahreszeit klagen viele über dieselben Beschwerden: Fieber, Kopfschmerzen über der Nase sowie zwischen und unter den Augen, Abgeschlagenheit. Dazu ein deutliches Druckgefühl und Gesichtsschmerzen sowie starker Schnupfen mit gelb-grünem Nasensekret.


Die Diagnose lautet: Nasennebenhöhlenentzündung. Schnupfen und Nasennebenhöhlenentzündungen sind häufige Erkrankungen in der kalten Jahreszeit. In der Regel ist der Verlauf unkompliziert, die Erkrankungsdauer beträgt im Durchschnitt zwei Wochen.

Häufig finden sich bei Erkältungskrankheiten auch Schleimhautschwellungen im Bereich der Nasennebenhöhlen. Ebenso ist die Nasenschleimhaut fast immer mitbetroffen, wenn eine Entzündung der Nasennebenhöhlen nachweisbar ist.

Daher wird auch immer mehr der Begriff „Rhinosinusitis“ anstelle von „Sinusitis“, was wörtlich nur die Entzündung der Nasennebenhöhlen bezeichnet, verwendet.

Schleimlösende Medikamente
Die akute Rhinosinusitis entsteht meist bei einer viralen Atemwegs­entzündung mit Beteiligung der Nasennebenhöhlen. Entzündungshemmende Medikamente, Wärmeanwendungen, Inhalationen, schleimlösende Medikamente sowie abschwellende Nasentropfen können zu einer Beschwerdebesserung führen. Abzuraten ist von Nasenspülungen mit Leitungswasser, weil dadurch das Auftreten von Mittelohrentzündungen begünstigt wird. HS

Alle Nasennebenhöhlen sind mit der Nasenhöhle verbunden und mit Schleimhaut ausgekleidet.

Hausarzt Dr. Wolfgang Laimer berät:
Beschwerden ernst nehmen!


Begünstigend für die Entstehung einer Nasennebenhöhlenentzündung ist eine Behinderung des Sekretabflusses aus den Nasennebenhöhlen durch eine Schwellung der Nasenschleimhaut. Symptome wie eine „verstopfte Nase“, Geruchsunempfindlichkeit und eitriger Schnupfen sind wesentliche Hinweise für eine Rhinosinusitis. Kopfschmerzen, Gesichtschmerzen, Fieber, Müdigkeit und Zahnschmerzen können zusätzlich zu den zuerst genannten Symptomen auftreten. Bei Kindern sind Schmerzen als Symptom einer akuten Rhinosinusitis eher selten, dafür sind Gesichtsschwellungen häufiger als bei Erwachsenen. Länger als drei Tage anhaltendes Fieber bei eitrigem Schnupfen gilt als Hinweis für einen schwereren Verlauf.

Folgekrankheiten
Schwerwiegende Komplikationen und Folgekrankheiten ergeben sich fast ausschließlich bei chronischen Verlaufsformen. Die chronische Rhinosinusitis ist häufiger mit einer allergischen Rhinitis, mechanischen Abflussbehinderungen und Besiedlung durch Bakterien verbunden.

Die Diagnose einer chronischen Rhinosinusitis wird bei einer Dauer von mehr als acht Wochen oder bei mehr als vier akuten Episoden pro Jahr gestellt. Da auch gefährliche Verlaufsformen mit Beteilung des Gehirns, der Hirnhäute, des knöchernen Schädels sowie die Möglichkeit einer Thrombose im Gehirn bestehen, sollte auf Warnzeichen geachtet werden. Als solche gelten starke Schmerzen, Gesichtsschwellungen, anhaltendes Fieber, Lethargie und neurologische Symptome.

Bildgebende Verfahren
Bei typischen Beschwerden kann anfänglich auf die Durchführung von bildgebenden Verfahren wie Röntgen oder Computertomographie verzichtet werden. Ebenso ist eine antibiotische Behandlung nicht zwingend notwendig, sollte aber bei Hinweisen auf eine bakterielle Ursache durchgeführt werden. Alternative Maßnahmen wie Akupunktur können bei einer akuten Rhinosinusitis zusätzlich die Beschwerden lindern. Bei anhaltenden Beschwerden bzw. kompliziertem Verlauf ist neben einer bildgebenden Diagnostik auch die fachärztliche Vorstellung zu empfehlen.

Erschienen am 20.01.2010
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