08.03.2016, 14:00 Uhr

„Das Land Tirol steht hinter seiner Bank“

Johannes Haid ist seit Mai 2015 Mitglied im Dreiervorstand der Hypo Tirol Bank.

Heta-Haftung, Bilanz 2015, Rating und Personalstand. Wir sprachen mit Hypo Tirol Bank Vorstand Johannes Haid.

Seit zehn Monaten sind Sie mit Hans-Peter Hörtnagl und Alexander Weiss als Vorstände der Hypo Tirol Bank im Amt. Wie läuft die Arbeit im Dreiervorstand in bewegten Zeiten?
Johannes Haid: „Sehr gut. Wir haben einen großen Vorteil, weil wir all drei aus der Hypo Tirol Bank kommen, die Bank kennen und viel Erfahrung mitbringen. Daher hat es keine Einarbeitungsphase und auch keine Überraschungen gegeben. Ein großer, auch zeitlicher Vorteil.“
Wie sehen Sie das Verhältnis zum Aufsichtsrat und zum Eigentümer Land Tirol?
„Sehr gut, das Land Tirol steht hinter der Bank, das wird nicht nur von politischer Seite behauptet, das spüren wir auch sehr stark in der täglichen Arbeit. Persönlich bin ich der Meinung, dass die Hypo Tirol Bank ein sehr wertvolles Asset für das Land Tirol darstellt. Wir im Vorstand, aber auch die gesamte Belegschaft sind dran, dem Land zu zeigen, dass die Hypo für Tirol arbeitet.“
2015 wurden ca. 20 Mio. Euro Gewinn geschrieben, gibt es schon vorsichtige Prognosen für das erste Quartal 2016?
„Die Bilanz wird Ende März präsentiert, der Gewinn wird in etwa diese Höhe erreichen. Wir sehen, dass sich das Jahr 2015 eindeutig positiv entwickelt hat. Grundsätzlich sind wir auf einem guten Weg das Kundengeschäft kontinuierlich auszubauen. Das erste Quartal läuft wie prognostiziert.“
Sind die Italiensorgen somit vorbei?
"Die Hypo Tirol Bank hat die Risiken im Italiengeschäft sehr früh erkannt und für das festgestellte Risiko vorgesorgt. Somit haben wir in diesem Zusammenhang keine „Italiensorgen“. Unser definierter Kernmarkt „Südtirol“ entwickelt sich gut und hat mit den Problemen weiter im Süden nichts zu tun."
Standard & Poor’s hat der Hypo Tirol Ende 2015 mit dem Rating Triple B bewertet. Wie sieht es bei einer Prognose für das Rating heuer aus?
"Anhand der Entwicklung und zur Verfügung stehenden Zahlen sind wir optimistisch das erhaltene Rating eventuell sogar verbessern zu können."
Die Hypo Tirol hat das Rückkaufangebot des Landes Kärnten für die Heta in der Höhe von 39 Mio. Euro angenommen. Welche Auswirkungen hat das auf die Bank?
„Wir haben bereits öffentlich gemacht, dass wir dieses Angebot annehmen werden. Die endgültige Entscheidung fällt aber am 11. März, es müssen mehr als zwei Drittel der Gläubiger dieses Angebot annehmen.“
Wie sieht es mit dem Personalstand und dem Filialnetz derzeit in der Hypo Tirol aus?
"Wir sind in unserem Personalplan bis Ende 2018 auf Schiene. Die geplante Reduktion auf 470 Vollzeitäquivalent-Stellen und somit Reduktion von ca. 30 Stellen wird in diesem Zeitraum durch anstehende Pensionierungen und natürliche Fluktation stattfinden. Das Filialnetz in den Bezirkshauptstätten wollen wir aus Sicht der Nähe zum Kunden und der Wichtigkeit von persönlichen Kontakte vor Ort aufrecht erhalten."
Wie sehen die mittelfristigen Schwerpunkte aus?
"Erst kürzlich wurde ein 500 Mio. Euro-Hypothekar-Pfandbrief innerhalb kürzester Zeit ausverkauft, das hat uns international Beachtung eingebracht, zumal große Banken diesen Schritt nicht gehen wollten. Eventuell, je nach Bedarf, wird es im Herbst eine Wiederholung geben. Im personellen Sinne planen wir ab Herbst ein Traineeprogramm für Maturanten und Studienabgänger als Einstiegsmöglichkeit in das Berufsleben.
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