22.03.2016, 10:00 Uhr

„Kaufen mit Köpfchen spart Sorgen von Morgen!“

Regionalität im Mittelpunkt der NMS Umhausen mit Direktor Josef Falkner, Landwirtschaftsmeisterin Claudia Markt, KV Edelraud Klotz und KV Lisa Randolf (v.l.). (Foto: Foto: Landwirtschaftskammer Tirol)

Praxisorientierter Unterricht: Das Projekt „Landwirtschaft macht Schule“ legt in seiner neuen Lehreinheit den Fokus auf die Vorteile regionaler Lebensmittel.

BEZIRK. Mehr als 1.000 Unterrichtseinheiten und über 18.000 begeisterte Schülerinnen und Schüler: Nach fünf produktbezogenen Schwerpunktjahren geben speziell geschulte Bäuerinnen heuer unter dem Motto „Regional durchs Jahr“ in anschaulich gestalteten Schulstunden ihr Wissen weiter.

Keine Fragen offen

Wann hat welches Obst Saison? Woher kommt mein Gemüse? Und wie sieht es mit meinem ökologischen Fußabdruck aus? Diese und noch viele weitere Fragen werden im Rahmen einer „Landwirtschaft macht Schule“-Projektstunde gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern der Neuen Mittelschulen in ganz Tirol beantwortet, so auch in insgesamt sieben Schulen im Bezirk Imst (Imst, Wenns, Umhausen, Silz, Stams, Mieming und Oetz).

Unterstützt wird diese erfolgreiche Initiative des Ländlichen Fortbildungsinstitutes (LFI) von der Agrarmarketing Tirol, der Landwirtschaftskammer und dem Land Tirol.

„Bäuerinnen, die eine Unterrichtsstunde in Tiroler Schulen mitgestalten, ermöglichen unseren Schülerinnen und Schülern einen unverfälschten und wertvollen Einblick in die Tiroler Landwirtschaft und deren Produkte. Die Vermittlung von Wissen um die Herkunft unserer Nahrungsmittel und die Sensibilisierung für gesunde Ernährung ist eine wichtige Aufgabe der Schule. Ich bedanke mich herzlich beim Organisationsteam und insbesonders bei den teilnehmenden Bäuerinnen für dieses erfolgreiche und innovative Projekt“, lobt Bildungslandesrätin Beate Palfrader.

Zugang zur Landwirtschaft

Einen entsprechend hohen Stellenwert genießt die Initiative bei den Bäuerinnen selbst: „Neben der Erwachsenenbildung eröffnet das LFI mit verschiedenen Projekten schon seit Jahren Kindern den Zugang zur Landwirtschaft. Die Bäuerinnen betreiben dabei authentische Wissensvermittlung, die alle Sinne anspricht und sehr praxisorientiert ist. Damit wird eine Schulstunde zu einem unvergesslichen Erlebnis, das die Kinder mit nach Hause tragen und auch in den Familieneinkauf miteinfließt“, so Landesbäuerin und LFI-Obfrau Resi Schiffmann.

Wahrnehmung für Regionalität stärken

„Man ist, was man isst“, weiß auch Brigitte Winkler-Greimel, Direktorin der NMS Gabelsbergerstraße in Innsbruck. „In einer Welt, in der Nahrung industriell hergestellt wird, gewinnt diese Aussage zusätzlich an Bedeutung. Unsere Ernährung ist die Grundlage für Wohlbefinden und Gesundheit und wenn man erfährt, woher unsere Lebensmittel kommen und unter welchen Bedingungen sie produziert werden, entsteht ein Bezug zu regionalen Produkten. Deshalb wird die Initiative „Landwirtschaft macht Schule“ von der NMS Gabelsberger als wertvolle Unterrichtseinheit geschätzt und gerne in Anspruch genommen.

Diese Bewusstseinsstärkung liegt auch LK-Vizepräsidentin Helga Brunschmid besonders am Herzen. „Hier erfahren die Schülerinnen und Schüler, wie die von ihnen konsumierten Lebensmittel erzeugt werden, welcher Mehrwert dahinter steckt und welchen Stellenwert der Landwirtschaft in Tirol zukommt. Das heurige Thema deckt sich perfekt mit dem von der LK Tirol ausgerufenen „Jahr der Regionalität“ und stellt die hohe Qualität, die Vielfalt und die Vorteile heimischer Produkte in den Vordergrund“.

Bewusstseinsbildung für die Zukunft

Um die wichtige Rolle von ‚Landwirtschaft macht Schule‘ weiß auch Agrarmarketing Tirol-Geschäftsführer Wendelin Juen. Neben der Bewusstseinsbildung für mehr Wertschätzung regionaler Lebensmittel, ist für ihn noch ein weiterer Aspekt von zentraler Bedeutung: „Die Schüler von heute sind Konsumenten, Produzenten und Verkäufer von morgen. Mehr als 20% der Kinder und Jugendlichen in Österreich sind krankhaft übergewichtig oder fettleibig. Hauptgründe dafür sind zu wenig Bewegung und falsche Ernährung. Hochverarbeitete Lebensmittel und zuckersüße Limonaden liefern zu viele Kalorien. Bewusste und gesunde Ernährung ist daher besonders für Jugendliche eine wichtige Gesundheitsvorsorge. Einfache, wenig verarbeitete Lebensmittel aus der Region schmecken gut und tun uns gut. Die Bäuerinnen informieren darüber und machen einfache, regionale Lebensmittel wieder attraktiv“ hebt Juen hervor.
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