21.07.2016, 12:26 Uhr

Mario Gerber ist neuer Fachgruppenobmann der Tiroler Hotellerie

Fachverbandsobmann Siegfried Egger übergibt am Mario Gerber den Fachgruppenobmann in Beisein von WB-Obmann Franz Hörl (v.li.)

Der Kühtaier Hotelier ist voll motiviert für die neue Aufgabe – er folgt Siegfried Egger. Gewerkschaft übt Kritik

TIROL. "Ein hungriger, motivierter Hotelier, der mit Herzblut an die Sache herangeht." So beschreibt Wirtschaftsbundobmann Franz Hörl den neuen Fachgruppenobmann der Tiroler Hotellerie, Mario Gerber.
Gerber folgt dem OVP-Landtagsabgeordneten und Tourismussprecher Siegfried Egger nach. Dieser will sich vermehrt als Fachverbandsobmann der österreichischen Hotellerie um eine gewichtige Stimme aus Tirol in Wien einsetzen. "Jetzt ist es an der Zeit – vor allem aus zeitlichen Gründen – das Zepter hier in Tirol zu übergeben. Mit Mario Gerber kommt ein Vertreter der neuen Unternehmer-Generation in eine leitende Position in der Wirtschaftskammer. Das tut der Branche und der Wirtschaftskammer gleichermaßen gut", freut sich Siegfried Egger, der Gerber einen "wichtigen Mitstreiter seit Jahren" nennt.

Belastungsstopp gefordert

Für Mario Gerber zählen vor allem ein klares Bekenntnis zu einem Belastungsstopp und die Gewährleistung von gut ausgebildeten Mitarbeitern zu den wichtigsten Herausforderungen der Branche: "Ich freue mich auf die neue Aufgabe und setze vor allem auf Kommunikation und aktive Unterstützung meiner KollegInnen. Es wird uns gelingen, die Belastungspolitik der letzten Jahre in eine verständnisvolle und notwendige „Entlastungsinitiative“ zu verarbeiten." Stichworte sind dabei die Wettbewerbsgleichheit von neuen Vermietungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel AirBnB, und neue Investitionsmodelle für Betriebe. "Ich bin der festen Überzeugung, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Kapital unserer Branche sind. In den letzten zehn Jahren konnten wir ein Beschäftigungsplus von über 40 Prozent verzeichnen. Trotzdem fehlt es uns an gut ausgebildeten Mitarbeitern. Das jährliche Betteln beim Sozialminister für Saisoniers-Kontingente muss aufhören", fordert Gerber.

Großes Thema Betriebsübergaben


In den nächsten Jahren stehen in Tirol unzählige Betriebsübergaben an. Mario Gerber kennt die Probleme aus eigener Erfahrung: "Es braucht attraktive Rahmenbedingungen für einen Generationenwechsel und die Unterstützung der Wirtschaftskammer. Wir bringen ein Fördermodell auf Kurs, das auch externe Beratungen unterstützt.
Jedes zweite der ca. 340.000 Betten Tirols entfällt auf die Hotellerie, die touristische Bruttowertschöpfung Tirols liegt laut Tirol Werbung bei 4 Milliarden Euro und der Anteil des Tourismus am BIP in Tirol beträgt ca. 16 Prozent.

Kritik der Gewerkschaft

Den Aussagen von Mario Gerber, dem neuen Obmann der Fachgruppe Hotellerie in der Tiroler Wirtschaftskammer, treten Tirols Vorsitzender Otto Leist und vida-Landesgeschäftsführer Philip Wohlgemuth entschiedenentgegen: „Der Fachkräftemangel im Tourismus ist hausgemacht und mit entsprechenden Rahmenbedingungen leicht zu beheben."
"Die Probleme im Tourismus sind seit Jahren die Gleichen: hohe Stressbelastung, mangelnde Aufstiegschancen, ungünstige Arbeitszeiten, geringe Entlohnung. Eine gerechte Bezahlung, bessere Arbeitsbedingungen und Weiterbildungsmöglichkeiten sind einer der Schlüssel, um die Tourismusbranche attraktiver zu gestalten und einen Branchenflucht zu verhindern“, erklärt Tirols vida-Geschäftsführer Philip Wohlgemuth.Gleichzeitig seien die Hoteliers auch gefordert, mehr Lehrlinge auszubilden. „Der heimische Tourismus sollte in die Ausbildung von Lehrlingen investieren anstatt über das Saisoniers-Kontingent zu jammern. Wer gut ausgebildete Fachkräfte will, soll seiner Verantwortung nachkommen und Jugendliche selbst ausbilden. Diese würden bestimmt vermehrt in den Tourismus drängen, wenn sie gute Arbeitsbedingungen und eine faire Bezahlung vorfinden würden", so Wohlgemuth.

Zur Person Mario Gerber:

Geboren am 8.1.1981 in Rum bei Innsbruck
Er wohnt mit seiner Verlobten und zwei Kindern in Igls

Betriebe:
• Hotel Mooshaus 4 Sterne Superior, Kühtai
• Hotel Alpenrose 4 Sterne, Kühtai
• Hotel Silzerhof, Kühtai
• Hotel Elisabeth, Kühtai
• Pizzeria da Bruno, Kühtai
• 3 Seen Hütte auf 2.350 Meter im Kühtai
seit 2000 in den Gerberhotels tätig (Familienbetriebe)
seit 2008 Geschäftsführer der Gerberhotels
seit 2015 Übernahme der Anteile seines Vaters der GerberHotels

Andere Tätigkeiten:
• Mitglied des Vorstandes und Aufsichtsrates des Tourismusverbandes
Innsbruck und seine Feriendörfer
• Obmann der Wirtschaftsbund Ortsgruppe Igls und Mitglied der Innsbrucker
Bezirksleitung

Wirtschaftskammer Österreich:
• Beisitzer und dann Vorsitzender der Lehrlingskommission
• Mitglied des Vorstandes JHG - junges Hotel und Gastgewerbe
• Mitglied des Fachausschusses Hotellerie in Tirol
• Mitglied des Fachverbandausschusses Hotellerie in Wien
• Mitglied des HSU Board in Brüssel (Hotel Star Union)
• Mitglied der HOTREC in Brüssel (Delegierter für den Fachverband Österreich)
• Vorsitzender der Klassifizierungskommission in Tirol
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