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„Wir werden nicht aufgeben!“
(20.02.08) Mappen voller Anträge, Kontrollansuchen, Gutachten und Testreihen pflastern den Weg für ein Kraftwerk in Lehen. Mit Abschluss der Grund- und Hochwasserprüfungen ist die Verwirklichung einen Schritt näher gerückt.

SALZBURG (cog). Die von der Salzburg AG in Auftrag gegebenen Prüfungen zu Grund- und Hochwasser im Bereich der Sohlstufe Lehen, wo ein Kraftwerk entstehen soll, sind abgeschlossen. Ende Februar werden die Ergebnisse, die im Sinne der Salzburg AG sehr positiv ausgefallen sind, der Wasserrechtsbehörde übergeben. In einer langen Versuchsreihe der technischen Universität Wien wurden Lösungsmodelle für das Grundwasser getestet. Zusätzlich wurde das erarbeitete Modell von Fachleuten des Landes und des Grazer Forschungsinstitutes Joanneum geprüft.

Wasserströme in Miniatur
Grund für diese ausführlichen Testreihen ist die Gefahr von Hochwasser und einem aus dem Gleichgewicht gebrachten Grundwasser durch den Bau eines Kraftwerkes. Bernd Stögner, Projektverantwortlicher der Salzburg AG, erklärt die Problematik: „Das Grundwasser strömt in dem Bereich von der rechten Seite zur Salzach hin. Durch eine Dichtwand entsteht ein Grundwasser-Stau. Das Wasser kann aber durch Drainagekanäle abgeleitet werden.“

Verringerte Hochwasser-Gefahr?
In den Modellversuchen wurden auch fünfjährige und zehnjährige Hochwasser getestet. „Da würden durch das Kraftwerk starke Verbesserungen eintreten, weil das Wasser nicht mehr so schnell durch die Böschungen durchdringen kann“, schildert Stögner. In Simulationen wurden alle wahrscheinlichen Wasserpegel getestet. – Jetzt muss die Behörde prüfen, ob das Projekt verhandlungsreif ist. Läuft alles nach Plan, findet die Wasserrechtsverhandlung zum Kraftwerk in zwei Monaten statt. „Man weiß nie, was noch kommt und natürlich besteht immer ein gewisses Risiko“, so Stögner. „Aber im Moment schaut es recht gut aus.“
Gegenwind bekommen die Kraftwerkspläne nach wie vor von Anrainern, die Bedenken bei der Hochwassersicherheit äußern und eine Beeinträchtigung des Stadtbildes befürchten.

Anrainer wollen weiterkämpfen
Sie haben wiederholt eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) gefordert. „Die Salzburg AG hat uns zugesagt, uns zu informieren, aber seit einem Jahr tut sich nichts mehr“, ärgert sich Werner Liebwein, einer der Anrainer. „Das sind alles nur Lippenbekenntnisse, nichts liegt am Tisch.“ Johann Andreas Brandstätter, Sprecher der Anrainer, ärgert sich über diese „Hinhaltetaktik“ der Salzburg AG genauso wie über die zuständige Behörde: „Einige Anrainer haben vor einem Jahr einen Antrag auf Parteienstellung eingebracht. Auf eine Antwort warten wir noch immer.“ Er betont, dass einzelne Betroffene bereit sind, ihre Interessen bis zum Obers-ten Gerichtshof durchzufechten. Resignieren will Brandstätter jedenfalls nicht: „Wenn einem das Anliegen ernst ist – und uns ist es ernst –, dann hat man keine Wahl. Das Kraftwerk verändert ein wichtiges Element des Weltkulturerbes, nämlich die Salzach. Das ist nicht haltbar. Aus diesem Grund alleine fiele ein UVP-Verfahren sicher negativ für die Salzburg AG aus.“

Kraftwerk für Lehen
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